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27.09.2011

15:24 Uhr

Gemeinschaftswährung

EFSF-Spekulationen geben Euro Auftrieb

Der Euro ist am Dienstag kurz über die 1,36-Dollar-Marke gesprungen. Äußerungen der österreichischen Finanzministerin Maria Fekter hatten den Eurokurs in Schwung gebracht.

Der Euro übersprang kurzzeitig die 1,36-Euro-Marke. dpa

Der Euro übersprang kurzzeitig die 1,36-Euro-Marke.

FrankfurtSpekulationen auf Ergänzungen des Euro-Rettungsschirms EFSF haben dem Euro am Dienstag Auftrieb gegeben. Die Gemeinschaftswährung übersprang kurzzeitig die psychologisch wichtige Marke von 1,36 Dollar und kostete am Nachmittag 1,3563 Dollar. Die als sicher geltenden Bundesanleihen wurden im Gegenzug abgestoßen. Der Bund-Future brach dagegen um 124 Ticks auf 136,03 Punkte ein.

Geschürt wurden die Hoffnungen Börsianern zufolge von Aussagen der österreichischen Finanzministerin Maria Fekter. Sie hatte unter anderem gesagt: „Wir werden das wahrscheinlich am kommenden Montag intensiv beraten, ob das ausreichend ist, was jetzt schon am Tisch ist, oder ob es noch ergänzt werden muss.“ In der Diskussion steht dabei eine Hebelwirkung - im Börsenjargon Leverage genannt. Dabei soll das EFSF-Geld nicht direkt an die Krisen-Staaten gehen, sondern als Sicherheit für Kredite dienen. Dann könnten mehr als die für den EFSF bereitgestellten 440 Milliarden Euro ausgezahlt werden.

Vor diesem Hintergrund entspannte sich auch die Lage am Markt für Credit Default Swaps (CDS). So verbilligte sich die Versicherung eines zehn Millionen Euro schweren Pakets italienischer Anleihen gegen Zahlungsausfall um 28.000 auf 475.000 Euro, wie der Datenanbieter Markit mitteilte. CDS auf spanische Papiere kosteten mit 380.000 Euro 18.000 Euro weniger als am Vortag.

Alain Bokobza, Chef-Portfoliomanager der Societe Generale, warnte vor Euphorie. „Die Details und die Geschwindigkeit bei der Umsetzung der Pläne bleiben unklar. Die jüngsten Vorschläge zur Stärkung der EFSF-Feuerkraft auf mindesten eine Billion Euro ist nach unserer Einschätzung zu wenig, um die Marktstimmung nachhaltig zu drehen.“ Die Analysten der Commerzbank wiesen auf einen anderen Aspekt hin: „Ohne Beteiligung der EZB ist ein Leverage des EFSF kaum vorstellbar. Wer will dem EFSF schon über seine Garantien hinaus zu verträglichen Zinsen Geld leihen? An zusätzliches Geld kommt er nur von solchen Investoren, die andere als ökonomische Motive haben. Wer, außer der EZB, sollte das schon sein?“

Am Rentenmarkt musste Italien bei der ersten Anleihe-Emission nach der Herabstufung durch die Rating-Agentur Standard & Poor's Investoren höhere Zinsen zahlen. Das hoch verschuldete Land verkaufte am Dienstag Staatsanleihen im Gesamtvolumen von 14,5 Milliarden Euro und Laufzeiten zwischen drei Monaten und zwei Jahren. Die Rendite der zweijährigen Titel stieg im Vergleich zur vorangegangenen Auktion um mehr als einen Prozentpunkt auf 4,511 Prozent und lag damit auf dem höchsten Stand seit Juli 2008.

„Der Anstieg der Renditen ist angesichts des Markttrends keine Überraschung“, sagte Rentenstratege Marc Ostwald von Monument Securities. Als positiv wertete er, dass Italien beim Platzierungsvolumen keine Abstriche machen musste.

Spanien musste Anlegern bei seiner Emission kurzlaufender Bonds mit den Zinsen ebenfalls entgegenkommen. Im Vergleich zur vorangegangenen Platzierung erhöhten sich die Renditen der dreimonatigen Papiere auf 1,692 von 1,357 Prozent und der sechsmonatigen Titel auf 2,665 von 2,187 Prozent. Insgesamt verkaufte Spanien Staatsanleihen im Volumen von 3,2 Milliarden Euro.

Von

rtr

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