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03.09.2013

17:30 Uhr

Gemeinschaftswährung

Euro fällt auf Sieben-Wochentief

Der Euro hat seinen Abwärtstrend fortgesetzt und ist weiter unter die Marke von 1,32 US-Dollar gefallen. Das Niedrigzinsversprechen der EZB am Markt sei verpufft, sagen Brancheninsider und erwarten eine Reaktion.

Der Euro fällt weiter. Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,3144 US-Dollar notiert. dpa

Der Euro fällt weiter. Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,3144 US-Dollar notiert.

FrankfurtDer Euro hat am Dienstag weiter verloren. Robuste US-Konjunkturdaten und Nervosität wegen Syrien ließen Anleger zum Dollar greifen. Die europäische Gemeinschaftswährung setzte ihren Sinkflug der Vortage hingegen fort und fiel am Nachmittag mit 1,3144 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit mehr als sieben Wochen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3172 (Montag: 1,3207) Dollar festgesetzt.

Meldungen über einen Raketenabschuss im Mittelmeer hatten zwischenzeitlich für Verunsicherung gesorgt. Spekulationen über einen Militärschlag gegen Syrien hielten die Finanzmärkte in Atem. Die Aufregung legte sich zwar wieder, nachdem sich herausgestellt hatte, dass es sich um einen israelischen Militärtest handelte.

Der Vorfall habe jedoch in Erinnerung gerufen, wie ungewiss die Situation im Nahen Osten sei, sagte ein Händler in London. Nach wie vor bleibt unklar, ob der US-Kongress einem von Präsident Barack Obama geforderten Militärschlag gegen Syrien zustimmen wird.

Neue Konjunkturdaten aus den USA setzten den Euro am Nachmittag weiter unter Druck. Der ISM-Index – wichtigster Frühindikator für die größte Volkswirtschaft der Welt – stieg überraschend auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Auch die Bauausgaben konnten ein unerwartet starkes Plus verbuchen.

Die Zahlen stützen die Annahme, dass die US-Notenbank Fed ihre Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur rasch einschränkt. „Damit sollten sich die Erwartungen einer Rückführung der Fed-Anleihekäufe tendenziell verfestigen“, so Analyst Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen.

Am Devisenmarkt rückt die Ratssitzung der EZB am Donnerstag immer stärker in den Fokus der Anleger. „In zwei Tagen wird sich zeigen, ob die EZB auf die Tatsache reagieren wird, dass ihr Niedrigzinsversprechen im Markt verpufft ist“, schreibt Commerzbank-Experte Ulrich Leuchtmann. Die Notenbank sieht sich nämlich trotz des Versprechens, die Leitzinsen über einen längeren Zeitraum niedrig zu halten, mit steigenden Zinssätzen am Markt für Staatsanleihen konfrontiert. „Darüber dürfte man im EZB-Turm nicht glücklich sein“, sagte Leuchtmann. Bis zur EZB-Sitzung könnte der Euro seiner Einschätzung weiter unter Verkaufsdruck bleiben.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84730 (0,84775) britische Pfund, 130,98 (131,09) japanische Yen und 1,2325 (1,2317) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1399,50 (1392,25) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 33 420,00 (33 290,00) Euro.

Von

dpa

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