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16.04.2012

08:36 Uhr

Gemeinschaftswährung

Euro fällt bis an die Marke von 1,30 Dollar

Der Kurs des Euro ist mit der Sorge vor einer neuen Zuspitzung der Euro-Schuldenkrise bis an die Marke von 1,30 US-Dollar zurückgefallen. Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen sind zuletzt spürbar gestiegen.

Euromünzen auf Flagge. dapd

Euromünzen auf Flagge.

Frankfurt Die seit der Karwoche wieder latente Euro-Skepsis hat am Montag die Gemeinschaftswährung und die Anleihen der klammen Euro-Staaten belastet. Der Euro rutschte bis auf 1,2996 Dollar ab und notierte damit so niedrig wie zuletzt im Februar. Am Freitag hatte die EZB den Referenzkurs noch mit 1,3148 Dollar festgelegt.

Die Renditen der spanischen Anleihen stiegen erstmals seit November 2011 wieder über sechs Prozent und zogen auch die italienischen Zinsen nach oben. „Der Anstieg der spanischen Renditen ist das alles überschattende Thema“, erklärte Sebastian Sachs, Analyst beim Bankhaus Metzler. „Die Euro-Skepsis ist wieder auf dem Vormarsch. Die teils rigorosen Sparprogramme greifen zu kurz.“ Diese Skepsis bekomme auch der Euro zu spüren.

Die Gemeinschaftswährung geriet gegenüber einer ganzen Reihe von Währungen unter Druck: Zum Pfund Sterling rutschte sie bis auf 82,09 Pence von 82,40 Pence am Freitagabend ab und stand damit so niedrig wie seit September 2010 nicht mehr. Auch zum Yen gab der Euro nach und rutschte auf 105,69 Yen. Zum Schweizer Franken notierte er leicht über dem von der Schweizer Notenbank (SNB) festgelegten Mindestkurs von 1,20 Franken.

Im Sog der spanischen zogen auch die italienischen Renditen an - wenn auch nicht so stark. Zehnjährige italienische Anleihen rentierten in der Spitze 5,69 Prozent nach 5,54 Prozent am Freitag. „Italien steht eigentlich besser als Spanien da, kann sich aber dem Druck nicht entziehen“, erklärte ein Händler. Auslöser für die neuerliche Verkaufswelle nannten Händler nicht. „Das ist eher stimmungsgetrieben“, erklärte einer. Dazu hätten auch Aussagen des EZB-Ratsmitglieds Klaas Knot vom Freitag beigetragen. Knot hatte erklärte, er hoffe, die EZB könne weitere Anleihe-Käufe vermeiden.

Im Fokus der Märkte steht diese Woche eine Auktion spanischer Anleihen. Am Donnerstag begibt die Regierung in Madrid zwei- und zehnjährige Staatspapiere. Die Emission gilt als weiterer Test für das Vertrauen der Investoren in das Land. Spanien steht wegen seines hohen Staatsdefizits und des angeschlagenen Bankensektors im Fokus, will die Krise aber ohne Hilfe von außen stemmen.

Die Furcht vor einer Verschärfung der Finanzlage Spaniens trieb die Anleger am Montag in den „sicheren Hafen“ Bundesanleihen. Die Rendite für die zehnjährigen deutschen Papiere war mit 1,628 Prozent zeitweise so niedrig wie noch nie. Im Gegenzug kletterte der Bund-Future auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 140,51 Punkten und lag damit gerade einmal einen Tick unter seinem Rekordhoch vom März.

Außer dem Euro ging auch die chinesische Landeswährung Yuan auf Talfahrt, nachdem die Regierung in Peking die Handelsspanne zum Dollar auf täglich ein Prozent verdoppelt hatte. Ein Dollar verteuerte sich auf bis zu 6,325 Yuan und lag damit 0,5 Prozent über dem von der People's Bank of China (PBoC) festgelegten Fixing von 6,296 Yuan. Experten zufolge hat die Abwertung mit den zuletzt wenig überzeugenden Wachstumszahlen der zweitgrößten Volkswirtschaft zu tun. Zudem habe sich auch der Yuan der allgemeinen Dollar-Stärke nicht entziehen können.

Per saldo erhoffen sich die USA und Europa von der größeren Flexibilisierung einen höheren Yuan-Kurs. Sie werfen der Volksrepublik seit Jahren vor, mit der Manipulation der Währung ihren Export zu fördern.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Arminius

17.04.2012, 07:48 Uhr

Immer noch überbewertet, 1,20,- wäre richtig!

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