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29.10.2012

18:48 Uhr

Gemeinschaftswährung

Euro fällt leicht zurück

Im frühen Handel gab die Gemeinschaftswährung nach, erholte sich aber im Laufe des Tages. Experten sehen die Gründe in der Hängepartie um das griechische Sparpaket und den erwarteten Wirtschaftsdaten.

Nahansicht: Euro-Münze im Detail. dpa

Nahansicht: Euro-Münze im Detail.

Frankfurt am MainDas Hickhack um Griechenland hat den Euro am Montag zeitweise unter die Marke von 1,29 US-Dollar gedrückt. Am Morgen fiel der Kurs bis auf 1,2887 Dollar und erreichte damit beinahe ein Zweiwochentief. Im Nachmittagshandel erholte sich die Gemeinschaftswährung wieder etwas und wurde zuletzt bei 1,2908 Dollar notiert. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2898 (Freitag: 1,2908) Dollar festgesetzt.

Einmal mehr war das Euro-Sorgenkind Griechenland zum Wochenauftakt das beherrschende Thema. Medienberichten zufolge plädiert die mit der Überwachung des Reformkurses betraute Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) für einen zweiten Schuldenschnitt - der diesmal vor allem zulasten öffentlicher Gläubiger ginge. „Die Mär, nach der die Aussicht bestanden hätte, dass Europas Staaten von den Mitteln, die an Griechenland flossen, jemals etwas wieder sehen würden, wäre damit widerlegt“, sagt Experte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. „Daher fällt solch ein Schritt nicht leicht.“

Deutschland spricht sich gegen einen Forderungsverzicht aus, wie Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) deutlich machten. Anleger reagierten nervös. Ein Treffen der italienischen und spanischen Regierungsspitzen in Madrid wird ebenfalls kritisch beäugt. Spaniens Premier Mariano Rajoy betonte abermals, er verspüre keinen Zeitdruck, einen neuen Hilfsantrag zu stellen. Auch der Wirbelsturm „Sandy“, der Kurs auf die Ostküste der USA nimmt, treibt die Finanzmärkte in die Defensive. Die US-Börsen sind wegen des nahenden Hurrikans bereits geschlossen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80455 (0,80120) britische Pfund, 102,69 (103,15) japanische Yen und 1,2087 (1,2090) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1707,00 (Freitag: 1716,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 41 910,00 (41 640,00) Euro.


Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erklärte am Sonntag in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, es sei unrealistisch, einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland zu erwarten. Europäische Politiker erwarten den Bericht der sogenannten Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds über die Fortschritte Griechenlands bei der Erreichung der vereinbarten Ziele.

Zudem stehen am Dienstag Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung in Spanien und der Beschäftigung in Deutschland an. In Spanien erwarten Ökonomen für das dritte Quartal einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes, in Deutschland dürfte die Arbeitslosenquote im Oktober erstmals seit über drei Jahren gestiegen sein.

Der Schweizer Franken notierte kaum verändert zum Euro bei 1,2093 Franken je Euro. Zum Dollar gab die eidgenössische Währung 0,2 Prozent nach auf 93,65 Rappen je Dollar.

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