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21.05.2013

15:38 Uhr

Gemeinschaftswährung

Euro stabil, Sterling wird belastet

Der Dollar holte zum Yen wieder auf, während der Euro stabil bleibt. Gespannt schauen die Anleger aber auf die Entwicklungen in Spanien. Das Land braucht frisches Geld. Derweil drücken Spekulationen das Pfund Sterling.

Die Entwicklung in Spanien wird mit Spannung erwartet. dpa

Die Entwicklung in Spanien wird mit Spannung erwartet.

FrankfurtOhne neue Impulse vom Rentenmarkt hat sich der Euro am Dienstag bei Kursen um 1,2870 Dollar stabilisiert, nachdem er im asiatischen Handel kurz über 1,29 US-Dollar gestiegen war.

Mangels entscheidender Konjunkturdaten bleiben fundamentale Impulse am Dienstag Mangelware. Unterdessen wird das krisengeschwächte Spanien versuchen, mit der Ausgabe kurzlaufender Schuldtitel frisches Geld von Investoren aufzunehmen. Angesichts rückläufiger Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen wird eine reibungslose Auktion erwartet.

Angesichts der am Mittwoch bevorstehenden Anhörung von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor einem Kongressausschuss habe kaum jemand neue Positionen eingehen wollen, erklärten Händler. So bewegten sich an den Rentenmärkten die Kurse der Staatsanleihen in keine klare Richtung. Während die Renditen der italienischen Papiere leicht anzogen, gaben die der spanischen nach. Der Bund-Future rutschte um 17 Ticks auf 144,69 Zähler ab.

Nachdem sich die US-Konjunktur zuletzt gar nicht so schlecht entwickelt hatte, fragen sich viele Anleger, wie lange die Fed die Geldschleusen noch so weit geöffnet halten wird. Einige Analysten vermuten, die US-Notenbank könnte noch in diesem Jahr die Geldflut etwas drosseln. Dies würde dem Dollar vermutlich weiter nach oben helfen. Zum Yen holte der Dollar am Dienstag bereits auf und notierte mit 102,78 Yen über dem Vortagesschluss von 102,26 Yen.

Am Pfingstmontag war der Yen gestiegen, nachdem Wirtschaftsminister Akira Amari erklärt hatte, die Yen-Stärke sei nun weitgehend korrigiert. Am Dienstag stellte Amari klar, er hoffe, dass sich die japanische Währung auf einem Niveau stabilisieren werde, das den Fundamentaldaten entspreche und einen ausgewogenen Einfluss auf die Importe und Exporte des Landes habe. Der Yen hat seit Jahresbeginn 15,5 Prozent zum Dollar verloren. Am Freitag erreichte der Dollar mit 103,32 Yen ein Viereinhalb-Jahres-Hoch. Japans Notenbank BoJ dürfte bei ihren Beratungen, die noch bis Mittwoch andauern, die Geldpolitik unvermindert locker halten.

Derweil haben Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Bank of England (BoE) am Dienstag das Pfund Sterling belastet. Zum Dollar rutschte das Pfund auf ein Sieben-Wochen-Tief von 1,5140 Dollar nach 1,5212 Dollar. Der Euro kletterte auf 84,91 Pence von zuvor 84,58 Pence.

Im April war die Inflation in Großbritannien auf 2,4 Prozent von 2,8 Prozent im März gesunken. Sie lag damit unter den Erwartungen der Analysten, die mit einer Rate von 2,6 Prozent gerechnet hatten. Die britische Wirtschaft kommt - anders als die US-Konjunktur - derzeit einfach nicht in Schwung. Mit der niedrigen Preissteigerung hat der künftige Chef der BoE, Mark Carney, mehr geldpolitischen Spielraum. „Der neue Notenbankchef wird zweifelsohne beim Amtsantritt im Juli ein eigenes Zeichen setzen wollen, und er könnte sich für zusätzliche quantitative Lockerungsmaßnahmen zur Stützung der Wirtschaft entscheiden“, erklärte Andy Scott, Händler bei HiFX in London. Das könnte jede Erholung des Pfund im Keim ersticken.

Die britische Währung hat zum Dollar seit Jahresbeginn 6,7 Prozent verloren. Nach der Ansicht der Experten von Morgan Stanley könnte dass das Pfund noch bis auf das im März erreichte Zweieinhalb-Jahres-Tief von 1,4840 Dollar absacken.

Kommentare (1)

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24.05.2013, 12:55 Uhr

Schön zu sehen, wie der EURO künstlich am Leben und im Kurs hochgehalten wird. Verstärkt es doch die Krise in Europa, indem ein teurer EURO Ausfuhrgeschäfte erschwert.

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