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21.05.2012

14:49 Uhr

Gemeinschaftswährung

Euro stabilisiert sich dank China

Der Euro konnte sich am Montag leicht erholen - die Gemeinschaftswährung notierte um 1,2760 Dollar. Geholfen hat Chinas Ankündigung, das Wachstum anzukurbeln. Experten wollen aber noch nicht von einer Rettung sprechen.

Der Euro kletterte zeitweise über die Marke von 1,28 US-Dollar. dpa

Der Euro kletterte zeitweise über die Marke von 1,28 US-Dollar.

FrankfurtHoffnungen auf neue Wachstumsimpulse aus China haben dem Euro am Montag eine Verschnaufpause beschert. Auch der Run auf die als sicher geltenden deutschen Bundesanleihen wurde unterbrochen. "Das ist aber nur eine kleine technische Reaktion auf die Kursverluste der letzten Woche", erklärte Devisenhändler Volker Weber von MM Warburg. Weder sei das Problem Griechenland noch das der spanischen Banken gelöst. Der Euro notierte mit 1,2760 Dollar in etwa auf dem späten Freitagsniveau. Der Bund-Future büßte 17 Ticks auf 143,47 Zähler ein. Das am Freitag erreichte Allzeithoch von 144,06 Zählern bleibt damit aber in Reichweite.

Die Ankündigung des chinesischen Premiers Wen Jiabao, das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, sorgte Händlern zufolge für einige Euro-Käufe. Dahinter stecke die Hoffnung, China könnte Europa als Wachstumslokomotive unterstützen, erklärte ein Händler. Wen hatte am Sonntag eine Reihe zusätzlicher Aktivitäten eingefordert, um das Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft zu stützen. Mit fiskalischen Maßnahmen und einer umsichtigen Geldpolitik sollte mehr Augenmerk auf weiter stabiles Wachstum gelegt werden, sagte Wen.

"Von Trendwende kann aber keine Rede sein, zu schwer wiegt die griechische Verunsicherung", erklärte ein Händler in Frankfurt. Devisenhändler Weber sprach von einem extrem ruhigen Handelstag. Beim vorige Woche erreichten Vier-Monats-Tief von 1,2640 Dollar liege eine wichtige charttechnische Unterstützungsmarke. Viele Marktteilnehmer wollten offenbar den am Mittwoch anstehende EU-Sondergipfel abwarten. "Ich glaube aber nicht, dass dabei die Probleme gelöst werden können", erklärte Weber.

Vor allem die Einführung eines Eurobonds - einer gemeinsamen Anleihe aller Euro-Zonen-Länder - sei kaum zu erwarten. Sollte eine solche von Frankreichs neuem Präsidenten Francois Hollande befürwortete Entscheidung fallen, würde dies den Euro weiter schwächen, erwartet Weber. Allerdings sei eine solche Entscheidung angesichts des deutschen Widerstands kaum zu erwarten.

Das Treffen der Regierungschefs der führenden Industrienationen und Russlands am Wochenende in Camp David stützte Händlern zufolge ebenfalls den Euro etwas. Nach dem G8-Treffen hatten sich die Teilnehmer für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone ausgesprochen, sofern das Land die mit den Hilfen verbunden Auflagen erfüllt.

Am Rentenmarkt standen Gewinnmitnahmen bei den deutschen Anleihen im Fokus. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 1,45 (Freitag 1,426) Prozent. Auch die Renditen der spanischen Pendants zogen weiter an - ein Indiz für die andauernde Skepsis der Anleger über eine nachhaltige Rettung der spanischen Banken. Die Renditen notierten am frühen Nachmittag mit 6,32 Prozent höher als zuletzt am Freitag mit 6,27 Prozent. Der spanischen Regierung zufolge wird das Land im zweiten Quartal weiter in der Rezession stecken. Italiens Zehnjährige rentierten knapp unter sechs Prozent.

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