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15.04.2013

17:32 Uhr

Gemeinschaftswährung

Eurokurs leicht gefallen

Die schwachen Konjunkturdaten und der Preissturz beim Gold gehen auch am Euro nicht spurlos vorbei. Die Gemeinschaftswährung sackte unter 1,31 Dollar. Die Risikobereitschaft der Anleger bekommt einen Dämpfer.

Der Euro notiert unter 1,31 Dollar. dpa

Der Euro notiert unter 1,31 Dollar.

FrankfurtDer Kurs des Euro ist am Montag in einem richtungslosen Handel leicht gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,3090 US-Dollar gehandelt. Im asiatischen Handel hatte der Euro noch zeitweise über der Marke von 1,31 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs auf 1,3081 (Freitag: 1,3052) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7645 (0,7662) Euro.

„Der Eurokurs wurde zunächst durch die schwachen Konjunkturzahlen aus China belastet“, sagte Stephan Rieke, Devisenexperte von der BHF-Bank. Das Wirtschaftswachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hatte sich im ersten Quartal überraschend abgeschwächt. Zeitweise war der Euro bis auf 1,3053 Dollar gefallen. „Die Auswirkungen der Daten und auch der schwachen Aktienmärkte auf den Euro sind jedoch verhalten geblieben“, sagte Rieke. Der Eurokurs erholte sich im Tagesverlauf dann auch wieder.

„Die jüngsten starken Verluste bei den Edelmetallen Gold und Silber hatten kaum eine Folge für den Devisenmarkt“, sagte Rieke. Angesichts der Beruhigung in der Euro-Schuldenkrise spiele die Veränderung der Risikoneigung keine große Rolle mehr für den Devisenmarkt. Tendenziell dürfte der Euro aber zunächst unter Druck geraten, da die anstehenden Konjunkturdaten aus der Eurozone eher enttäuschen sollten.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85290 (0,84970) britische Pfund, 127,83 (129,54) japanische Yen und 1,2147 (1,2167) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1395,00 (1535,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 34 240,00 (37 520,00) Euro.

Die gebrochenen Versprechen der Euro-Retter

Keine Finanzhilfe für Griechenland

„Hilfe steht nicht auf der Tagesordnung, denn Griechenland sagt selbst, dass es im Augenblick keine Hilfe braucht."
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 21. März 2010

Ende April beantragt Griechenland offiziell Finanzhilfe, im Mai beschließen die EU, die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfonds (IWF) das erste Griechenlandpaket.

Keine dauerhaften Rettungsschirme

„Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart."
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 24. Juli 2010

Die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (ESFS) ist zwar zeitlich befristet, aber die Euro-Finanzminister einigen sich Anfang 2012 auf den dauerhaften Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM).

Kein griechischer Schuldenschnitt

„Ich werde langsam müde, diese Gerüchte immer wieder zu dementieren."
Griechenlands früherer Finanzminister Giorgos Papakonstantinou am 18. April 2011

Im Oktober beschließen die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone einen Schuldenschnitt für Griechenland: Private Gläubiger und Banken verzichten auf 50 Prozent ihrer Forderungen.

Das Volumen der Rettungsschirme

„Wir haben jetzt ein Land unter dem Schirm, das ist Irland. Und damit ist das Volumen noch weit davon entfernt, ausgeschöpft zu sein."
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 12. Januar 2011

Im April 2011 stellt Portugal Antrag auf Hilfe. Es wird klar, dass die bisher hinterlegten Bürgschaften nicht ausreichen, um die Kredite zu den gewünschten Zinskonditionen zu beschaffen. Im Juni beschließt die Euro-Zone, den EFSF auf 780 Milliarden Euro aufzustocken, durch den sogenannten Hebel wird das Volumen im Oktober auf mehr als 1000 Milliarden Euro erhöht.

Keine Haftungsunion

„Eine gesamtschuldnerische Haftung wird es nicht geben, solange ich lebe."
Bundeskanzlerin Angela Merkel am 26. Juni 2012

Im Oktober 2012 schlägt die Troika aus EU, EZB und IWF den Finanzministern der Euro-Zone einen weiteren Schuldenschnitt für Griechenland vor: Auch die öffentlichen Gläubiger sollen Athen nun einen Teil ihrer Forderungen erlassen. Damit würde die Rettung Griechenlands erstmals die deutschen Steuerzahler wirklich Geld kosten. Schäuble lehnt ab und schlägt vor, Griechenland mehr Zeit zu geben.

Die Spareinlagen sind sicher

Die Europäische Union garantiert, dass Ersparnisse bis zu 100.000 Euro innerhalb der Währungsunion sicher sind.

Im Fall Zyperns war die Politik kurz davor, gegen ihre eigenen Zusagen zu verstoßen. Zunächst war geplant, Kleinsparer an der Bankenrettung zu beteiligen. Nach empörten Protesten wurde die Zwangsabgabe überarbeitet. Nun müssen nur noch zyprische Sparer mit einem Vermögen über 100.000 Euro haften.

Nur ein Einzelfall?

„Zypern war nun ein ganz besonderer Fall, das wusste jeder.“
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 28. März 2013

Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem hatte zuvor in Interviews die Einbeziehung von wohlhabenden Kunden zyprischer Banken in die Maßnahmen zur Zypern-Rettung als richtungsweisend hingestellt. Er bezeichnete sie als „Blaupause“ für andere Länder, relativierte die Aussagen dann später wieder.

Von

dpa

Kommentare (2)

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DummerMichel

15.04.2013, 09:15 Uhr

DerEuro - eine "Währung" mit eingeplantem Verfallsdatum.
Eine "weltweite" Einheitswährung ist geplant. Dank schlafender Menschen vielleicht sogar umsetzbar.
Mal ganz davon abgesehen, dass der Euro aus der Luft heraus erschaffen wird und im Hintergrund keinerlei Werthaltigkeit besteht. Die Privatbankster erfinden neues Geld - und die dummen Menschen zahlen mit ihrer Arbeitskraft und Zinsen dafür, dass sie eigentlich NICHTS bekommen haben.
Aber wie gesagt - weiterschlafen dumme Euro Michels......

Henkel

16.04.2013, 03:28 Uhr

fazit: der Euro ist überbewertet!
Leute verkauft den Euro und kauft Bananen, sie haben kein Verfallsdatum und sind nicht aus der Luft gegriffen.

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