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08.01.2015

15:05 Uhr

Gemeinschaftswährung unter 1,18 Dollar

Euro fällt unter Einführungswert

Unter 1,18 Dollar: So tief stand der Euro nicht mal bei seiner Einführung im Jahr 1999. Neben der lockeren Geldpolitik der EZB drücken am Donnerstag enttäuschende Konjunkturdaten den Kurs.

Der letzte Höhenflug der Gemeinschaftswährung liegt lange zurück: Der Euro fällt seit Monaten, auch wegen extremer Maßnahmen der EZB. dpa

Der letzte Höhenflug der Gemeinschaftswährung liegt lange zurück: Der Euro fällt seit Monaten, auch wegen extremer Maßnahmen der EZB.

FrankfurtDer Euro hat seine Talfahrt noch beschleunigt. Am Donnerstag fiel der Kurs der Gemeinschaftswährung nach überraschend schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland unter 1,18 US-Dollar und erreichte bei 1,1763 Dollar den tiefsten Stand seit mehr als neun Jahren.

Der Euro rutschte damit sogar unter das Niveau seiner Einführung Anfang 1999. Damals hatte die EZB den ersten Referenzkurs der neuen Währung am 4. Januar auf 1,1789 Dollar festgesetzt.

Seit vergangenen Mai hat die Gemeinschaftswährung mittlerweile rund 16 Prozent an Wert verloren. Damals kratzte der Euro an der 1,40- Dollar-Marke.

Den jüngsten Kursrutsch erklärten Händler unter anderem mit enttäuschenden Konjunkturdaten aus der Euro-Zone. Im November war der Auftragseingang in der deutschen Industrie im Vergleich zum Vormonat stärker als erwartet gesunken. Außerdem war laut einer Umfrage der EU-Kommission die Stimmung in den Unternehmen der Euro-Zone im Dezember überraschend schwach ausgefallen.

Für Verkaufsdruck sorgte aber auch die Aussicht auf ein weiteres Öffnen der Geldschleusen in der Euro-Zone. Die US-Notenbank steuert dagegen auf die erste Zinserhöhung seit 2009 zu, was dem Dollar Auftrieb gibt. Außerdem sorgt die starke Konjunktur in den USA für positive Impulse beim Dollar. „Es besteht inzwischen kein Zweifel mehr, dass sich der US-Arbeitsmarkt bombig entwickelt“, beschrieb Expertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank die Lage.

Wenn der Euro an Wert verliert, können Exportfirmen ihre Waren außerhalb der Eurozone günstiger anbieten. Sie verfügen damit über einen wesentlichen Vorteil im harten internationalen Konkurrenzkampf.

Der Euro im Vergleich zu anderen Währungen 2014

Dollar

-11,47 Prozent

Der Euro hat gegenüber dem Dollar deutlich an Boden verloren. Die Wirtschaft der USA brummt und hängt die Konjunktur der Euro-Zone deutlich ab.

Yen

+ 1,26 Prozent

Gegenüber dem Yen hat der Euro zugelegt. Die Bank of Japan flutet den Markt derzeit mit Geld, um die eigene Währung zu schwächen und die Wirtschaft anzukurbeln.

Pfund

- 5,77 Prozent

Brasilianischer Real

- 0,09 Prozent

Australischer Dollar

- 3,44 Prozent

Kanadischer Dollar

- 3,33 Prozent

Norwegische Krone

+ 8,94 Prozent

Schwedische Krone

+ 7,18 Prozent

Schweizer Franken

- 1,95 Prozent

Türkische Lira

- 4,2 Prozent

Rubel

+ 49,47 Prozent

Quelle: Bloomberg

Kommentare (3)

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Herr Roland Hegglin

08.01.2015, 14:58 Uhr

die EZB wir am 22.01 unter fadenscheinigen Argumenten den Staatanleihen kauf verschieben. Den sie hat schon einen Teil der Strategie erreicht. Der Euro sinkt,und der positive Efekt vom Ölpreis zerfall. Das stützt die Wirtschaftliche Erhohlung. Da die Politshow weiter geht ohne nennens Werte Resultate, kann man sich noch Zeit lassen.

Herr Tobias Wahrsager

08.01.2015, 15:18 Uhr

Ich bin selber ein scharfer Gegner der viel zu früh eingeführten Esperantowährung Euro und prohezeie der Eurowährungszone -zumindestens in ihrer jetzigen Zusammensetzung- auch keine besonders große Zukunft.
Indes: Das Handelsblatt sollte hier auch nicht verzerrend darstellen. Als der Euro 1999 mit etwa 1,20 zum Dollar an den Start ging, galt er im Vergleich zum Dollar als überbewertet. Später fiel er dann ja auch
noch einmal of 0,7/08 zum Dollar und lag somit unterhalb der Parität. Später erholte er sich dann wieder und stieg teilweise auf 1,60 zum Dollar. Wir hatten also beim Euro schon noch ganz andere Tiefsstände zum Dollar als jetzt, und fundamental gesehen ist der Euro auch nicht mehr wert als Parität zum Dollar.

G. Nampf

08.01.2015, 16:16 Uhr

"Wertloses Esperanto-Geld"

(Peter Gauweiler, vor der EURO-Einführung)

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