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23.05.2012

12:43 Uhr

Geschwächte Währung

Spekulanten wetten massiv gegen den Euro

VonLaura de la Motte

Hedge-Fonds und Investoren spekulieren so stark wie nie gegen die Gemeinschaftswährung. Eine Trendwende gilt als unwahrscheinlich. Vor allem Griechenland liefert den Spekulanten gute Argumente für ihre Deals.

Euro unter Druck: Pessimisten sehen ihn auf 1,15 Dollar. dpa

Euro unter Druck: Pessimisten sehen ihn auf 1,15 Dollar.

FrankfurtDer Euro hat am Mittwoch weiter nachgegeben und ist auf den tiefsten Stand seit August 2010 gesunken. Am Nachmittag sackte die Gemeinschaftswährung auf 1,26 Dollar ab. Damit wurde das bisherige Jahrestief vom Januar bei 1,2625 Dollar nach mehreren Anläufen an den vergangenen Tagen durchbrochen. Als Grund für den jüngsten Kursrutsch von rund einem halben Cent nannten Händler enttäuschende Konjunkturdaten aus Italien. Dort hat sich das Verbrauchervertrauen im Mai auf den tiefsten Stand seit 1996 eingetrübt.

Wenn es nach den Spekulanten am Devisenmarkt geht, dann wird der Euro in den kommenden Monaten noch weiter an Wert verlieren. An der Terminbörse in Chicago (CME) hat der Überschuss von Wetten auf einen fallenden Euro gegenüber Wetten auf einen steigenden Euro einen Rekord erreicht. Die Differenz von 173.869 Kontrakten war die höchste seit der Euro-Einführung.

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Der Euro/Dollar-Kurs ist das Fieberthermometer der europäischen Schuldenkrise. Jede Nachricht hat Einfluss auf das Umtauschverhältnis - sei es das Wahldebakel in Griechenland, seien es schlechtere Konjunkturdaten aus den hochverschuldeten Euro-Ländern oder Hilfsmaßnahmen von Politik und Notenbank.

Grund dafür sind die anhaltenden Schwierigkeiten, die Schuldenkrise einzudämmen, und der drohende Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone. Doch gibt Griechenland den Euro auf, muss das nicht den freien Fall des Euros bedeuten. Einige Experten sähen darin sogar eher einen Befreiungsschlag. "Der Markt hat seine Meinung dahingehend geändert, dass er jetzt nicht mehr erwartet, dass der Euro auseinanderbricht, wenn Griechenland austritt, sondern dass es in dem Fall weiterhin einen Euro geben wird", sagt David Bloom, Chef-Devisenstratege bei HSBC. Sein Team rechnet sogar mit einer Erholung des Euros auf 1,44 Dollar bis zum Jahresende.

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Auch die deutsche Bundesbank hält ein etwaiges Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion für beherrschbar. “Die Herausforderungen wären in diesem Fall erheblich, aber bei vorsichtigem Krisenmanagement beherrschbar”, heißt es in dem am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht. Die Lage in Griechenland bezeichnet die Bundesbank in dem Bericht als “äußerst angespannt.”

Kommentare (22)

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Tabu

23.05.2012, 12:09 Uhr

was soll man von den Zockern auch anderes erwarten.
Wer auf Mißernten und Hunger in der Welt wettet,setzt auch
auf andere Zusammenbrüche,nimmt sein Geld und lebt unter Palmen.Gewissenlose Geier...Wollte man die Hedgefonds nicht außen vorlassen,nachdem Schröder sie hier gesellschaftsfähig gemacht hat?

Account gelöscht!

23.05.2012, 12:42 Uhr

@tabu
Viel schöner wäre es aus meiner Sicht, die EZB täte endlich das, was sie zu tun im Stande wäre: Ein dreifaches G.v. Berlichingen (leckt uns im Arsche!), wenn die Zockerbuden gerade wieder schick gegen Europa daddeln. Und aus die Maus, dann haben einige Jungs und Mädels leere Taschen und Tränen in den Augen und Rotz in den verkoksten Nasen.

rurei

23.05.2012, 12:46 Uhr

Spekulanten wetten massiv gegen den Euro ?!
1) Und wer wettet dafür?
Die muss es ja auch geben, zum Wetten gehören immer zwei.
2) Warum schreiben sie dann nicht:
Spekulanten wetten massiv für den Euro.
3) Und, da wo man sich trifft: so ist nun mal die Preisfindung ... oder sollen die Schuldenpolitiker diese festlegen?
Das können sie doch nicht im Ernst wollen.

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