Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.12.2014

11:16 Uhr

Gold 2015

Glänzendes Comeback?

VonJessica Schwarzer

Eigentlich hätte 2014 ein gutes Jahr für Goldanleger sein müssen. Immerhin hat es mächtig gekriselt in der Welt. Doch das Edelmetall reagierte kaum. Was Experten für 2015 erwarten und wie viel Gold ins Depot gehört.

Eine goldene Christbaumkugel: Ist das gelbe Edelmetall eine gute Anlageklasse für das Jahr 2015? Getty Images

Eine goldene Christbaumkugel: Ist das gelbe Edelmetall eine gute Anlageklasse für das Jahr 2015?

DüsseldorfUnter den Tannenbäumen der Republik wird auch in diesem Jahr sicher wieder Gold in Form von Schmuck, Uhren, aber auch Münzen und Barren liegen. Gold zieht die Menschen magisch an, es ist ein Sinnbild für Sicherheit, aber auch für Reichtum. Schließlich funkelt es herrlich als Kette am Hals von betuchten Damen oder als edle Uhr am Handgelenk der wohlsituierten Männer. Anlegern hat Gold allerdings auch im Jahr 2014 wenige Freude gemacht: Das gelbe Edelmetall liegt wie das sprichwörtliche Blei in vielen Depots und Bankschließfächern.

Zwar stürzte der Goldpreis im laufenden Jahr nicht weiter ab – im Jahr 2013 mussten Anleger ein sattes Minus von 30 Prozent verkraften –, aber die Notierung kam auch nicht vom Fleck. Zwar kletterte der Preis für das gelbe Edelmetall im Frühjahr bis auf 1382 US-Dollar, gab die Gewinne allerdings in den folgenden Monaten wieder ab. Im November stürzte der Goldpreis sogar bis auf 1141 Dollar ab, erholte sich dann aber wieder. Mit einem Preis von knapp 1200 Dollar liegt die Notierung nun wieder auf Vorjahresniveau.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Auf die große Erholung nach dem Absturz im Vorjahr warteten Gold-Fans vergeblich. „Die ‚große Rotation‘ – so könnte das Thema Gold überschrieben werden“, sagt Frank Engels, Leiter Rentenfondsmanagement bei Union Investment. Während sich das Edelmetall noch in der Finanzmarktkrise großer Beliebtheit erfreute – schließlich waren Anleger auf der Suche nach Sicherheit und Inflationsschutz –, ist dieser Reiz in den vergangenen Jahren zusehends verpufft. Kein Wunder, gelang es den Notenbanken doch, die nach der Finanzkrise aufgetretenen systemischen Risiken zu begrenzen und die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Dabei half nicht zuletzt die expansive Geldpolitik der Notenbanken, von der viele Marktteilnehmern allerdings noch immer befürchten, sie könne einen kräftigen Inflationsschub auslösen. „Dabei ist eher das Gegenteil eingetreten. Bei Inflationsraten von unter einem Prozent überwiegen nunmehr die Bedenken einer drohenden Deflation“, so Engels. „Dies ist auch der Grund, warum wir für das Krisenmetall vorerst keinen neuerlichen Aufwärtstrend erwarten.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×