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28.09.2011

13:26 Uhr

Gold als Anlage

Die beste Waffe gegen Schulden und Zinsschwankungen

VonStephan Albrech

Gold als Allheilmittel zu bezeichnen wäre falsch. Doch das Edelmetall ist ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge, wenn man es richtig einsetzt. Eine Argumentation.

Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG, kennt sich aus mit soliden Anlagen. Pressesfoto

Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG, kennt sich aus mit soliden Anlagen.

Gold erwirtschaftet keine Erträge wie Aktien und es bringt auch keine Zinsen wie Anleihen. Ist das ein Argument gegen Gold als Anlage? Nein. Anleger sollten das Edelmetall in ihrer Altersvorsorge beimischen. Nur so können sie sich gegen eine Reihe von Risiken absichern.

Risiko Nummer eins: negativer Realzins. Die Notenbanken blasen die Geldmengen auf, um die Schuldenkrise der Industrieländer wie auch das schwächelnde Wachstum in den Griff zu bekommen. Diese Politik führt zu einer Inflationsrate, die über dem Sparzins liegt, was als „negativer Realzins“ bezeichnet wird. Geld, das auf Sparkonten oder in niedrig verzinsten Staatsanleihen steckt, verliert so Jahr für Jahr an Kaufkraft. Mit Gold können Anleger jedoch gegensteuern: Das Edelmetall, das in Dollar gehandelt wird, steigt im Wert, solange der Realzins negativ ist. Das zeigen viele historische Untersuchungen.

Der Goldmarkt - eine Übersicht

Minen

Aus den Minen kommen jährlich im Schnitt 2 500 Tonnen neues Gold. Bisher wurden laut Schätzungen etwa 170 000 Tonnen gefördert. Die größten Förderländer sind China, die USA und Australien. Das früher führende Südafrika ist nicht mehr in der Spitzengruppe.

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Terminmärkte

An den Terminmärkten konzentriert sich der Handel. Ganz vorn stehen die Comex und der Handelsplatz in Schanghai. Der Handel unterscheidet sich damit grundlegend vom Geschäft mit anderen Vermögenswerten wie Aktien oder Anleihen. Beim physischen Großhandel führt die LBMA in London.

Risiko Nummer zwei: Schulden- und Währungskrisen. Die Schuldenkrise im Euro-Raum und die bisher unwirksamen Lösungsversuche der Politik untergraben zunehmend das Vertrauen in den Euro und machen Gold auch zum Schutz gegen unkalkulierbare oder auch politisch verursachte Systemrisiken – manchmal gibt es beides im Doppelpack. Das zeigte sich, als die Schuldensituation Italiens ins Visier der Finanzmärkte geriet und der Preis des Edelmetalls klar zulegte. Wer die historische Perspektive einnimmt, dürfte es ohnehin mit Voltaire halten, der sagte: „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – null.“

Freilich: In einer Krise, in der händeringend Liquidität gesucht wird, kann auch der Goldpreis unter Druck kommen. Das war etwa 2008 der Fall, wobei das Edelmetall weniger als andere Anlageklassen verlor. Aktuell ist Gold an einigen Tagen ebenfalls deutlich gefallen – aber nach einem Anstieg um bis zu 30 Prozent allein im Jahr 2011. Anleger, die mit Gold umsichtig ihre Kaufkraft absichern, muss das nicht schrecken. Denn ihr Portfolio enthält nicht weniger als zehn, aber auch nicht mehr als 20 Prozent Gold, am besten in physischer Form.

Stephan Albrech ist Vorstand der Vermögensverwaltung Albrech & Cie.

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