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07.09.2012

17:56 Uhr

Gold auf Sechs-Monat-Hoch

Anleger treiben Edelmetall-Preise in die Höhe

Gold und Kupfer sind am Freitag so teuer gewesen wie seit Monaten nicht. Die Preise stiegen um 1,6 und 2,5 Prozent. Der Grund: Die Anleger hoffen wegen den schlechten Arbeitsmarktdaten auf Anleihenkäufe der US-Notenbank.

Der Goldpreis ist am Freitag um 1,6 Prozent gestiegen. dpa

Der Goldpreis ist am Freitag um 1,6 Prozent gestiegen.

FrankfurtAnleger an den Rohstoffbörsen haben nach einem unerwartet schlecht ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht auf eine neue Geldspritze der Federal Reserve gesetzt. Die Preise für Gold und Kupfer stiegen am Freitag auf mehrmonatige Höchststände. Neben den US-Daten gaben den Kursen auch das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Aussichten auf ein großangelegtes Infrastrukturprogramm in China Auftrieb.

In den USA stieg die Zahl der Beschäftigten im August um 96.000, von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Plus von 125.000 erwartet. Zudem entstanden im Juni und Juli insgesamt rund 41.000 Stellen weniger als zunächst gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank im August von 8,3 auf 8,1 Prozent und verharrt damit bereits seit mehr als zwei Jahren über der Marke von acht Prozent. US-Notenbank Ben Bernanke hatte vergangene Woche erklärt, der heimischen Wirtschaft zum dritten Mal mit massiven Anleihenkäufen (Quantitative Easing 3) unter die Arme zu greifen, falls sich die Lage am Arbeitsmarkt nicht bessere.

Anleihenkäufe und ähnliche Maßnahmen der Notenbank lassen gewöhnlich die Rohstoffpreise steigen, weil Investoren das zur Verfügung gestellte Geld gern in diese als etwas riskanter geltende Anlageklasse stecken. Zudem dürfte ein solcher Schritt den Dollar unter Druck setzen, was die in der US-Währung abgerechneten Rohstoffe für Anleger außerhalb des Dollar-Raumes billiger macht. Außerdem könnte durch QE3 – so die Hoffnung der Fed – die Konjunktur anspringen und die Nachfrage nach Rohstoffen steigen.

Profitieren konnte vor allem der Goldpreis, der um 1,6 Prozent auf 1727 Dollar pro Feinunze auf den höchsten Stand seit sechs Monaten stieg. „Es besteht die Möglichkeit, dass Bernanke bereits in der kommenden Woche QE3 verkündet“, sagte Commerzbank-Rohstoffanalyst Daniel Briesemann. Wegen der zunehmenden Inflationsangst werde Gold dann zu einem attraktiveren Investment. Die Fed berät in der kommenden Woche über das weitere Vorgehen in der Geldpolitik.

Der Kupferpreis gewann bis zu 2,5 Prozent auf 7895 Dollar pro Tonne und notierte damit auf dem höchsten Stand seit fast vier Monaten. Der Preis für das Industriemetall legte auch deshalb zu, weil im größten Verbraucherland China 60 Infrastrukturprojekte im Gesamtwert von mehr als 150 Milliarden Dollar genehmigt wurden. Die Volksrepublik will sich damit gegen die Abkühlung der heimischen Konjunktur stemmen.

Der Ölpreis geriet dagegen in einem wechselhaften Handel unter Druck, nachdem er unmittelbar nach Veröffentlichung der US-Jobdaten zunächst gestiegen war. Für das Fass Brent-Öl wurden mit 112,81 Dollar 0,6 Prozent weniger gezahlt. Der Preis für US-Leichtöl notierte mit 94,53 Dollar je Barrel 1,1 Prozent niedriger.

Von

rtr

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