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31.07.2012

13:39 Uhr

Gold

Der Preis ist heiß

Es gibt wenige Anlagen, auf die Investoren derzeit so genau schauen wie auf den Goldpreis. Doch wohin geht es mit den Notierungen? Viele glauben, dass der Preis steigt. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht.

Nicht alle Top-Analysten empfehlen Gold als Langfrist-Investment. Reuters

Nicht alle Top-Analysten empfehlen Gold als Langfrist-Investment.

Bei den Experten jedenfalls wird eifrig diskutiert. So sind sind sich ausgerechnet die drei Analysten, die den seit vier Jahren größten Quartalsrückgang beim Goldpreis korrekt prognostiziert haben, nicht einig bei ihren Prognosen. Zurückzuführen sind die unterschiedlichen Prognosen auf die unterschiedlichen Ansichten der Investoren über die Pläne der Notenbanken. Unklar ist nach wie vor, ob die Währungshüter weitere Maßnahmen zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums ergreifen werden.

Justin Smirk von der Westpac Banking Corp., im zweiten Quartal der treffsicherste von 20 Analysten, rechnet mit einem weiteren Rückgang beim Goldpreis. Hingegen prognostizieren Eugen Weinberg von der Commerzbank AG und Nick Trevethan von ANZ Banking Group Ltd. ein neues Rekordhoch - und zwar innerhalb eines Jahres. Hedgefonds und andere spekulative Investoren zeigen den geringsten Optimismus seit 2008, obwohl die Bestände der Anleger an physischem Gold in börsengehandelten Produkten nahe eines Allzeithochs liegen, wie aus Regierungsdaten und von Bloomberg zusammengetragenen Zahlen hervorgeht.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Zwar hat der Goldpreis eine Rally hingelegt, nachdem er im Mai bis auf ein Prozent an einen Bärenmarkt herankam. Er liegt aber immer noch 16 Prozent unter dem Rekordhoch von 1.923,70 Dollar je Unze vom 6. September. Investoren bevorzugen Staatsanleihen und den Dollar zur Bewahrung ihres Vermögens, nachdem das Wirtschaftswachstum sich abschwächt. Das hat die Renditen auf Rekordtiefs und die US-Währung auf ein Zwei-Jahres- Hoch getrieben. Zentralbanken von Europa bis China haben diesen Monat die Zinsen gesenkt, und die Federal Reserve ihre Bereitschaft signalisiert, die Konjunkturerholung anzuschieben.

“Es besteht derzeit nicht sehr viel Interesse an Gold angesichts der Befürchtungen einer weltweiten Konjunkturabschwächung”, sagt Michael Cuggino, Fondsmanager bei Permanent Portfolio Funds in San Francisco, der etwa 20 Prozent seiner Anlagen in Gold investiert hat. “Anleger sollten Gold als Langfrist-Investment kaufen. Es wird steigen und Anleger benötigen eine Absicherung gegen die zukünftige Inflation.”

Der Gold-Terminkontrakt ist an der Comex in New York zwischen April und Juni um vier Prozent gesunken, was der stärkste Rückgang seit dem dritten Quartal 2008 ist. Der US- Dollar-Index hat in dem Zeitraum 3,3 Prozent zugelegt und Anleihen sämtlicher Kategorien kamen im Schnitt auf einen Ertrag von 1,6 Prozent, wie aus dem Global Broad Market Index von Bank of America Merrill Lynch hervorgeht.

Kommentare (27)

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calmeros

31.07.2012, 16:09 Uhr

das der goldpreis in euro aber nur knapp3 % unter höchstpreis in euro liegt habt ihr Schlaumeier aber nicht erwähnt.Von mir aus kann er auf 1000 Dollar absacken wenn der euro wie im moment auch fällt und am ende bei 50 cent steht dann kostet die un ze 2000 euro jetzt 1322 euro also was soll das dumme gelaber der goldpreis fällt schliesslich bezahlen nwir "noch " mit euros

Bodo

31.07.2012, 16:13 Uhr

Nur Gold bleibt. Die einzige Versicherung für alle Lebenslagen. Papier verliert, immer. Schwankungen gegen Papierwerte sind unterinterssant, ein Kilo bleibt ein Kilo.
Wer Gold hat kann also ganz gelassen in die Zukunft schauen, allerdings muss es physisch vorhanden sein.
Sollen die Analysten analysieren was sie wollen, sie wollen nur die Menschen verunsichern, den EM Besitzern ist das völlig egal.

Gast

31.07.2012, 16:52 Uhr

Die Papier-Werte-Manger haben großes Interesse daran , dass die Vermögen in ihren bunten Versprechungen ihrer Papierscheine bleibt.
Nur leider wissen wir,
dass die Schulden überall nur noch Inflationiert werden können.
An Rückzahlung oder gar vollständiger Tilgung ist überhaut nicht zu denken
auch wenn es da oder dort mal etwas besser läuft und alle jubelnd mit ihrem Geld dahinflitzen wie die Lemminge
In 5 bis 10 Jahren kauft der Euro oder der Dollar nur noch 1/3 im Vergleich zu heute .

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