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27.07.2017

20:41 Uhr

Gold

Die mühsame Rückkehr zur Normalität

VonMatthias Streit

Für Goldanleger gibt es einen Hoffnungsschimmer: Das erste Halbjahr lief 2017 besser als im Vorjahr. Sowohl physisch als auch in ETFs wird Gold wieder stärker gefragt. Der Ausblick bleibt jedoch durchwachsen.

Die Nachfrage nach Gold wächst, allerdings von einem niedrigen Niveau. dpa

Solider Start

Die Nachfrage nach Gold wächst, allerdings von einem niedrigen Niveau.

FrankfurtDer Goldmarkt meldet sich zurück. Die Nachfrage nach physischem Gold ist im ersten Halbjahr 2017 um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Auch ETFs auf Gold, die Anleger Ende vergangenen Jahres noch reihenweise aus Ihren Portfolien warfen, sind wieder gefragt. Das zeigen die jüngsten Daten der GFMS Gold Umfrage von Thomson Reuters.

Tatsächlich spiegelt sich die anziehende Nachfrage auch im Goldpreis wieder. Seit Jahresbeginn hat sich die Feinunze (31,1 Gramm) um rund zehn Prozent auf 1.262 Dollar verteuert.

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

Der Schein der guten Zahlen allerdings trügt. Noch ist nicht gesichert, ob Gold mit den jüngsten Entwicklungen einen Befreiungsschlag aus einer seit Monaten andauernden Schwächephase feiert. Die Nachfrage sei zwar besser als im Vorjahr, hinke früheren Niveaus aber immer noch weit hinterher, sagen die Analysten von GFMS.

Beispiel Gold-ETFs, also mit physischem Gold besicherte Indexfonds: Während die Deutsche Börse Commodities beim Xetra-Gold in diesem Monat einen neuen Rekordstand feierte, sind die Zuwächse global bislang eher mäßig. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres flossen netto zwar 149 Tonnen zu, das sind aber 75 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

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Hoffnung dürfte Goldanlegern vor allem Indien machen. Das Land ist bei Schmuck der größte Goldnachfrager der Welt und rangiert bei der Nachfrage von Privatanlegern auf Rang zwei hinter China. Nachdem Premier Narendra Modi im November vergangenen Jahres große indische Banknoten aus dem Verkehr zog, brach die Goldnachfrage ein. Der Grund: Gold wird vorwiegend bar bezahlt. Die Unsicherheit darüber, was ihre Ersparnisse nach der Geldmarktreform noch wert sind, hielt Inder deshalb vom Kauf zurück. Einige Monate später hat sich die Lage etwas normalisiert und Indien fragt Gold wieder verstärkt nach. Die indische Nachfrage lag im zweiten Quartal 2017 um 126 Prozent über der des Vorjahres und damit so gut wie seit sechs Quartalen nicht mehr.

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