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15.01.2015

18:06 Uhr

Gold

Goldpreis legt deutlich zu

Der Goldpreis hat nach dem Paukenschlag der Schweizer Notenbank deutlich zugelegt. Die Nachfrage wird sich nach Einschätzung von HSBC Securities in diesem Jahr erholen, es wird mit einem Anstieg von 15 Prozent gerechnet.

Am Kassamarkt hat der Preis für Gold seit Jahresbeginn um sechs Prozent zugelegt. dpa

Am Kassamarkt hat der Preis für Gold seit Jahresbeginn um sechs Prozent zugelegt.

FrankfurtDer Goldpreis hat am Donnerstag merklich von einem überraschenden Schritt der Schweizerischen Nationalbank (SNB) profitiert. Viele Anleger griffen zu dem als werthaltig angesehenen Edelmetall. Nachdem die SNB die faktische Anbindung des Schweizer Franken an den Eurokurs aufgegeben hatte, stieg der Goldpreis um etwa 2,7 Prozent oder 35 Dollar auf bis zu 1264 Dollar. Das ist der höchste Stand seit September 2014.

Händler nannten vor allem zwei Gründe für den steigenden Goldpreis: Zum einen habe der Dollar nach der Entscheidung der SNB nicht nur zum Franken, sondern auch zu anderen Währungen an Wert verloren. Weil Gold in der US-Währung gehandelt wird, wurde der Erwerb des Edelmetalls für Anleger in der Tendenz günstiger.

Zusätzlich sei die Goldnachfrage beflügelt worden, weil der Schritt der SNB vor Augen geführt habe, dass die extrem lockere Geldpolitik vieler Notenbanken anhalten dürfte. Niedrige Zinsen gelten prinzipiell als gutes Umfeld für Gold, weil das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft.

Die Goldnachfrage wird sich nach Einschätzung von HSBC Securities (USA) in diesem Jahr erholen. Ein höherer Goldverbrauch in Asien und die Rückkehr der Anleger in mit Gold unterlegte börsennotierte Produkte werden demzufolge die Nachfrage stützen.

Weltweit werde die Nachfrage nach dem Edelmetall dieses Jahr auf 4127 Tonnen um 15 Prozent steigen, wie die Analysten James Steel und Howard Wen in einer vom 14. Januar datierten Studie schreiben. Ihr bisheriges Rekordhoch erreichte die Nachfrage laut Daten des World Gold Council im Jahr 2011 mit 4582,3 Tonnen. Damals stieg der Goldpreis ebenfalls auf ein Rekordhoch und erreichte 1921,17 Dollar je Unze.

Vergangenes Jahr verzeichnete der Goldpreis erstmals seit 2000 das zweite Jahr in Folge einen Rückgang. Ein sinkendes Volumen bei mit Gold unterlegten börsennotierten Produkten, ein festerer Dollar und steigende Aktienkurse belasteten den Preis. Aktuell dürfte eine zunehmende Nachfrage aus Asien den Goldpreis in diesem Jahr stützen, nachdem er zeitweise neue Tiefs getestet hatte, hieß es in einer diese Woche veröffentlichten Studie von Barclays Plc.

„Die Nachfrage nach Gold in Form von Schmuck, Münzen und Barren ist 2014 von den außergewöhnlich hohen Niveaus des Jahres 2013 gefallen“, schrieben Steel und Wen. „Wir rechnen mit einer moderaten Erholung in diesem Jahr – basierend auf der erwarteten Nachfrage aus China und Indien, wo die langfristige wirtschaftliche und demographische Entwicklung für eine steigende Goldnachfrage sprechen.“

Am Donnerstag wurde Gold am Kassamarkt 2,2 Prozent fester gehandelt bei 1255,40 Dollar je Unze. Seit Jahresanfang hat der Preis um sechs Prozent zugelegt. Steel und Wen rechnen für dieses Jahr mit einem durchschnittlichen Goldpreis von 1234 Dollar je Unze, nach durchschnittlich 1265,93 Dollar im vergangenen Jahr.

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