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18.02.2014

10:50 Uhr

Gold-Markt

China überholt Indien bei Goldnachfrage

Chinas Mittelklasse wächst, mit ihr steigt der Wohlstand und die Goldnachfrage. Mittlerweile hat China Nachbarn Indien in der Nachfrage nach Gold überholt. Es fehlt an alternativen Möglichkeiten zur Geldanlage.

Goldbarren sind als Geldanlage insbesondere in Asien beliebt. China hat Indien 2013 erstmals in der weltweiten Goldnachfrage den ersten Rang abgelaufen. dpa

Goldbarren sind als Geldanlage insbesondere in Asien beliebt. China hat Indien 2013 erstmals in der weltweiten Goldnachfrage den ersten Rang abgelaufen.

LondonChina ist erstmals das Land mit der höchsten Nachfrage nach Gold und hat damit Indien nach vielen Jahrzehnten vom ersten Platz verdrängt. Ob als Schmuck, Münze oder Goldbarren - die Nachfrage nach Gold erreichte in China im vergangenen Jahr einen Rekord von 1065,8 Tonnen und damit 32 Prozent mehr als 2012, wie der Weltverband der größten Goldproduzenten am Dienstag in London mitteilte.

Weitere 300 Tonnen Gold in der chinesischen Lieferkette seien vermutlich statistisch nicht erfasst worden, erklärte der World Gold Council weiter. So bewege sich die Nachfrage der Volksrepublik bei rund 1400 Tonnen.

In Indien wurden 2013 demnach 974,8 Tonnen Gold nachgefragt. „China ist zum ersten Mal Nummer eins“, sagte der Verbandsvorsitzende Marcus Grubb. Die Daten seiner Organisation reichten nur rund 20 Jahre zurück, aber „Indien war immer der wichtigste Markt seit den 1950er, 1960er Jahren“.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Die wachsende Nachfrage in China liege an der größer werdenden Mittelklasse, zunehmendem Wohlstand, der Verstädterung und dem Mangel an anderen Möglichkeiten zur Geldanlage, erklärte der Weltgoldverband.

Dass China Indien überholen konnte, ist außerdem auf Maßnahmen der indischen Regierung zur Eindämmung der Goldkäufe zurückzuführen. Denn die Goldimporte sind maßgeblich für das wachsende Leistungsbilanzdefizit Indiens verantwortlich, weil die Importe die Exporte deutlich übersteigen.

Indien war lange der weltgrößte Importeur von Gold. Die Nachfrage steigt vor allem zu religiösen Festen und in der Hochzeitssaison. Viele Inder, vor allem in ländlichen Gebieten mit nur wenigen Banken, kaufen Gold aber auch als Schutz vor einer Inflation.

Von

afp

Kommentare (2)

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Gaffel

18.02.2014, 11:45 Uhr

Wen wundert diese Nachricht denn?
China ist mittlerweile ein Wirtschaftgigant, der durch seine Exporte im Laufe der Zeit immense Devisenreserven in Dollar angehäuft hat.
Weil aber der Dollar wertmässig immer mehr "aus dem Ruder" läuft, weil die FED zum Feind des eigenen Volkes geworden ist, bleibt den chinesichen Entscheidern dann als Alternative zur "Weltwährung" nur der Kauf wirklich wertstabiler Anlagen.
Hier: Edelmetalle, Industrie-Metalle und sonstige wertvolle Güter.
Dollarscheine gehören da künftig sicherlich nicht mehr dazu, denn Altpapier hat China bestimmt selbst genug.
(Und die paar "Petro-Dollars", - denn die USA haben ja listigerweise den Ölhandel in Dollar festgeschrieben -, wird man in China jederzeit erübrigen können).

esspi

18.02.2014, 12:16 Uhr

stellt sich die Frage: wer dann verkauft hat.
schließlich sind die Kurse seit den Höchsständen recht massiv gefallen...

https://www.gold.org/investment/statistics/demand_and_supply_statistics/

a-ha: die Gold ETFs (SPDR & Co) haben 880 von ihren 2000 tonnen verschossen.
.. ein bisschen pULVER IST JA NOCH DA, BIS DIE nOTENBANKEN EINSPRINGEN MÜSSEN.

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