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11.09.2012

14:25 Uhr

Gold, Öl, Kupfer

Rohstoffpreise bleiben weitgehend stabil

Wie an den Aktienmärkten sind auch die Investoren an den Rohstoffbörsen im Vorfeld der Gerichtsentscheidung über den Euro-Rettungsfonds ESM eher zurückhaltend. Allein der Goldpreis zog etwas an.

Kupferlager: Die Nachfrage nach Industriemetallen hält sich in Grenzen. dpa

Kupferlager: Die Nachfrage nach Industriemetallen hält sich in Grenzen.

FrankfurtIm Vorfeld des Urteils der Karlsruher Richter über die Verfassungsmäßigkeit des Euro-Rettungsfonds ESM haben sich die Anleger an den Rohstoffmärkten am Dienstag meist bedeckt gehalten. Die in dieser Woche anstehende Entscheidung der US-Notenbank (Fed) über die künftige Geldpolitik sorgte zusätzlich für Zurückhaltung. Nur der Goldpreis zog stärker an. Die Industriemetalle tendierten uneinheitlich, während Öl nahezu unverändert auf hohem Niveau blieb.

Vor allem am Goldmarkt setzten die Anleger auf eine Lockerung der Geldpolitik - dies- und jenseits des Atlantiks. Sollten die Richter in Karlsruhe grünes Licht für den ESM geben, könnte bald ein Land die Hilfe des Rettungsfonds beantragen und damit der EZB einen Grund für Anleihe-Käufe liefern.

In den USA wird der Offenmarktausschuss der Fed am Mittwoch und Donnerstag die Lage beraten. Viele rechnen damit, dass sie ein drittes Anleihe-Kaufprogramm (QE3) beschließen werden. Dies schürt weltweit Angst vor Inflation und hat den Goldpreis schon seit Mitte August um mehr als 1.000 Dollar in die Höhe katapultiert. Am Dienstag kostete die Feinunze mit 1.733 Dollar 0,5 Prozent mehr als am Vorabend.

Auch bei den Industriemetallen und am Ölmarkt hoffen viele Anleger auf Stützungsmaßnahmen der Notenbanken für die Konjunktur. Am Dienstag überwog aber die Vorsicht, nachdem die Preise in der Vorwoche schon gut zugelegt hatten.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Kupfer notierte kaum verändert bei 8.069 Dollar je Tonne. Zink gab 0,4 Prozent auf 2006 Dollar je Tonne nach. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 115 Dollar 0,2 Prozent mehr als am Vorabend. US-Leichtöl der Sorte WTI notierte mit 96,55 Dollar kaum verändert.

Von

rtr

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