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20.08.2011

10:10 Uhr

Gold und Silber

Krösus - Urvater des Metallgeldes

VonIngo Narat

Die Angst vor einer Entwertung der Währungen treibt die Anleger aktuell vermehrt zum Gold. Es scheint sich nicht viel geändert zu haben seit der lydische König Krösus edle Metalle als Geld in die Welt brachte.

Wie hoch steigt das Goldfieber noch? Quelle: dapd

Wie hoch steigt das Goldfieber noch?

Bin ich Krösus? Mit dieser rhetorischen Frage wollen wir sagen: So viel Geld habe ich nicht. Krösus gab es wirklich und er ist so etwas wie der Urvater des Metallgeldes. Der lydische König im Westen der heutigen Türkei ließ im sechsten Jahrhundert vor Christus die ersten Goldmünzen prägen. Sie hatten einen einheitlichen Wert, eine einheitliche Größe und einen Prägestempel, der den Wert garantierte.

Krösus markiert nicht nur den Start in die Goldmünzenära. Auch Silber mit seinen dem Gold ähnlichen Eigenschaften wurde in der Geschichte gerne verwendet. Die Krösus-Münzen waren genau genommen eine Mischung aus Gold und Silber. Schon diese Münzen gab es in verschiedenen Gewichten von etwa 14 Gramm an abwärts.

Die ersten Münzen erfüllten bereits die klassischen Geldfunktionen. Sie waren Mittel zum Tausch, dienten als Wertmesser und Wertaufbewahrungsmittel. Vorbei die Zeiten, in denen man Pelze gegen Waffen tauschen musste. Deshalb verbreitete sich die Münzidee schnell in der gesamten Mittelmeerwelt.

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Im Mittelalter erlebte die Goldwährung einen Aufschwung. Der Dukaten aus Venedig und der Gulden aus Florenz waren wichtige Münzen. Die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus revolutionierte die Metallversorgung Europas. Francisco Pizarro und andere spanische Eroberer brachten ab dem 16. Jahrhundert massenhaft Gold und Silber nach Europa.

Bei den Metallwährungen führten allerdings meist Materialengpässe zu Krisen. Der Zahlungsverkehr musste dennoch abgewickelt werden, so dass man Lösungen suchte. Die österreichische Münzprägeanstalt kommentiert: „Dass dabei die verschiedensten Metalle und ab dem 17. Jahrhundert auch Papier zum Einsatz kam, versteht sich von selbst.“

Ab Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg galt ein Goldstandard. Das britische Pfund war die internationale Leitwährung, gekoppelt an das Metall. Auch Deutschland führte 1871 eine Goldwährung ein. Jeder Bürger konnte zumindest theoretisch Bargeld bei der Zentralbank gegen eine bestimmte Menge Gold tauschen.

Kommentare (9)

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Goldfinger

20.08.2011, 11:06 Uhr

Vorsicht! Die Blase ist kurz vorm platzen. Der Finanzprofi Soros hat gestern fast all seine Goldinvestments(ETF's)abgestoßen. Politiker und Notenbanker der G7 werden wohl demnächst abgestimmt erklären,dass man Teile der Goldreserven "dosiert" (um den Preis nicht zu stark zu drücken)verkaufen wird. Sie sind auf das Geld der Anleger angewiesen und können nicht tatenlos zusehen, wie immer mehr Geld in Gold gesteckt wird. Angenehme Zusatzeffekte: Die Haushalte erhalten eine Finanzspritze und die Anleger werden durch die Unsicherheit wieder in das "klassische" Finanzsystem (zwangs-)gedrückt.

der-oekonomiker

20.08.2011, 11:24 Uhr

Blase, welche Blase? Soros ist Spekulant, nicht das Mass der Dinge. Liebe Staatsbürger, setzt nur weiter schön auf Bundesschätzchen, Lebensversicherungen, Immobilien, usw. und kauft bitte kein Gold und Silber. Sonst reicht es nicht für diejenigen, die es mit Mark Twain halten: "Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich." Vergesst nicht: Staatsbürger heißen Staatsbürger, weil sie für den Staat bürgen. 5 Bill. Euro deutsches Vermögen warten darauf, enteignet zu werden. Eine Übersicht über die staatl. Werkzeuge der Enteignung gibt es auf meinem Blog www.der-eokonomiker.blogspot.com in Ausgabe 23, 05.07.2011. Ein ganz guter Einstieg in das Thema.

Goldfinger

20.08.2011, 11:51 Uhr

Oekonomiker: Habe den Artikel im Blog tatsächlich gelesen. Interessant... mir aber zu pessimistisch.
Aber aus genau den genannten Gründen,wird man Gold als alternatives Zahlungsmittel nicht zulassen. Die Politiker/Notenbanker werden, wie sie es in der Vergangenheit beim Gold ja auch schon getan haben, reagieren. "Welche Blase?" Schauen Sie sich den Chart an..
Vielleicht gehören Sie ja auch nur zu den Stimmungsmachern, die auf steigende Goldkurse setzen. Viel Glück!!

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