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19.11.2015

17:09 Uhr

Gold und Zinsen

Die Macht der Fed

VonMatthias Streit

Die US-Notenbank hat die Protokolle ihrer letzten Sitzung veröffentlicht – eine Zinserhöhung im Dezember scheint gesetzt. Das sind schlechte Nachrichten für Goldanleger. Auch Minenbetreibern stehen schwere Zeiten bevor.

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DüsseldorfDie Nachrichten der amerikanischen Notenbank Fed hören sich für Goldanleger in den vergangen Monaten wie eine Hiobsbotschaft nach der anderen an. So muss es auch Mittwochabend gewesen sein, als die neuesten Fed-Protokolle für die Sitzung am 27. und 28. Oktober veröffentlicht wurden.

Im Zentrum steht dabei folgende Aussage: „Die meisten Mitglieder des Fed-Offenmarktausschusses gehen [...] davon aus, dass die Bedingungen für eine Zinsanhebung bei der nächsten Sitzung durchaus gegeben sein könnten.“ Voraussetzung dafür sei jedoch, dass es in der Wirtschaft keine „unerwarteten Schocks“ gebe. Sollte die Fed ihren Leitzins erhöhen, wäre dies das erste Mal seit neun Jahren.

Gleichzeitig drückten einige Notenbanker der Fed auch Bedenken aus, sollte die Zinswende nicht kommen. „Die Zinserhöhung zu verschieben, könnte die Unsicherheit an den Finanzmärkten vergrößern, wenn die Marktteilnehmer die Gründe dafür nicht nachvollziehen können.“ Außerdem fürchteten sie „finanzielle Ungleichgewichte“ nach einer ausgedehnten Niedrigzinsphase. Ebenso könnte eine weiterer Aufschub ein „mangelndes Vertrauen in die US-Wirtschaft“ signalisieren.

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

Es wird also immer wahrscheinlicher, dass der Leitzins in den USA schon bei der nächsten Fed-Sitzung am 16. Dezember angehoben wird. Zwar sehen die Zentralbanker, laut Protokoll, zunächst wenig Spielraum für deutliche Erhöhungen. „Wenn sie die Zinsen im Dezember anheben, wird die Fed wohl sehr aggressiv hervorheben, dass es in einer sehr allmählichen Geschwindigkeit weitergehe“, erläutert Tom Porcelli, Chefvolkswirt für die US-Wirtschaft bei RBC Capital Markets.

Für Goldanleger sind das eher schlechte Nachrichten. Weil die Rendite von Gold nicht von Zinsen abhängt, gilt das Edelmetall als alternative Anlage zu Aktien und Devisen. Das gilt insbesondere im Verhältnis zum Dollar. Hat sich sein Kurs in der Vergangenheit erhöht, sank im Gegenzug der des Goldes – und umgekehrt.

Bei steigenden Leitzinsen in den USA rechnen Analysten mit einem steigenden Dollarkurs und folglich mit Druck auf den Goldpreis. Der stieg Donnerstagvormittag zwar leicht um 0,3 Prozent auf 1.073 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). „Doch die 1.000-Dollar-Marke wird ganz sicherlich getestet“, sagt John Davies, Leiter der Abteilung Rohstoffe bei BMI Research. Analysten vom französischen Geldhaus Natixis können sich im nächsten Jahr sogar einen Gold-Tiefpreis von 850 Dollar je Unze vorstellen.

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