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28.05.2012

15:21 Uhr

Gold unter Druck

Ein Edelmetall auf dem Weg zur Risikoanlage

VonIngo Narat

Das Edelmetall galt immer als sicherer Hafen. Doch nun muss Gold um seinen Ruf bangen. Für die jüngste Abneigung von Investoren gibt es gleich mehrere Gründe. Analysten bleiben dennoch vorerst entspannt.

Sogar der Schmuckankauf erlebte durch die hohen Goldpreise einen wahren Boom - bis jetzt. dapd

Sogar der Schmuckankauf erlebte durch die hohen Goldpreise einen wahren Boom - bis jetzt.

FrankfurtGold kostete schon 1 920 Dollar je Unze - Rekordhoch im letzten Herbst. Jetzt sind es 1 570 Dollar. "Im Moment bin ich Seelentröster für verunsicherte Goldanleger", sagt Ronald Stöferle, Goldanalyst bei der Ersten Bank in Wien. Dabei hieß es immer, Gold sei ein sicherer Hafen. Der Metallpreis sollte in der eskalierenden Euro-Schuldenkrise erst recht steigen. Doch gegenüber dem Top war die Unze vor wenigen Tagen um fast 400 Dollar billiger geworden, ehe sie sich leicht erholt hat.

Aus internationaler Sicht läuft der Dollar dem Gold den Rang als sicherer Hafen ab. Historisch gesehen haben beide Währungen immer konkurriert - auch das Gold sehen Investoren oft als Währung. Momentan steigt der Dollar. Das belastet daher den Goldpreis.

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Auf dem Goldmarkt herrscht derzeit Skepsis. Das Edelmetall könnte von einem strauchelnden Euro betroffen sein, glauben Händler. Doch ein weiterer Verfall ist wohl nicht befürchten.

Auch die Wahrnehmung der Investoren scheint sich geändert zu haben. "Im Moment sehen sie Gold als Risikoanlage, wie Aktien, und deshalb fallen beide", sagt Philip Klapwijk von der Edelmetall-Analysefirma GFMS in London. Manche Verkäufe seien außerdem erzwungen: "Das ist ähnlich wie 2008 nach der Lehman-Pleite." Das sieht auch James Turk so, Gründer der Metallhandelsfirma Goldmoney: "Viele Investoren haben Liquiditätsnot und verkaufen deshalb andere Positionen - auch Gold."

Auch ein anderer Kaufgrund zieht nicht mehr. Bisher galten negative Realzinsen als großes Plus für Gold, weil Zinsanlagen als Alternative unattraktiv werden. "Aber obwohl die Menschen mit Tagesgeldkonten oder kurz laufenden Anleihen nach Einrechnung der Inflation Geld verlieren, suchen sie hier jetzt Sicherheit", sagt Robert Hartmann, Geschäftsführer des Goldhandelshauses Pro Aurum. Warum das so ist, das kann Hartmann nur vermuten: "Vielleicht haben die Leute einfach Angst vor den Preisschwankungen - deshalb kaufen sie auch keine Aktien."

Kommentare (8)

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Lieblingsaktie

28.05.2012, 15:40 Uhr

Frankfurt. Die Aktien des DAX lagen schon bei 8152 Punkten – Rekordhoch im Juli 2007. Jetzt sind es 6300. Dabei hieß es immer, Aktien würden auf lange Sicht immer steigen. Die Aktienpreise sollten in Zeiten des billigen, unendlichen Geldes erst recht steigen. Doch gegenüber dem Top war der Dax heute -22,7% im Minus.

Sind Aktien nun auf dem Weg zur Risikoanlage?

Ohweiohweiohwei

28.05.2012, 15:47 Uhr

In welcher Welt leben Sie denn? Gold eine Risikoanlage? Seit 9 Monaten kosteten 1 kg Gold um die 40000 Euro und hat sich damit in den letzten Jahren verachtfacht. Sachwerte (Immobilien, Gold, Silber...) sind derzeit die sicherste Investion die es gibt und ich empfehle jedem sein Vermögen von den Banken, die das Geld ihrer Kunden im Spielkasino verzockt abzuheben, bevor es zuspielt ist!

jolirouge

28.05.2012, 16:05 Uhr

In weiten Kreisen der deutschen Bevölkerung galten Aktien genau wie Gold schon immer als Risikoanlage.

Übrigens: Wenn man die jährlichen Dividendenausschüttungen miteinberechnet sieht auch der Dax garnicht mal so Böse aus.

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