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31.03.2011

09:09 Uhr

Goldfixing

Rituale im Goldhandel

VonLaura de la Motte

Der offizielle Goldpreis wird zweimal täglich in einem alten ritualisierten Treffen von Banken und deren Großkunden in London festgelegt. Die Geheimniskrämerei stammt aus dem Jahr 1919.

Ein Goldbarren mit Euro-Siegel. Quelle: Reuters

Ein Goldbarren mit Euro-Siegel.

FrankfurtEs hat etwas von einem Geheimtreffen. Jeden Vormittag um 11.30 Uhr und 16 Uhr deutscher Zeit kommen in London fünf Goldhändler zusammen und handeln den Goldpreis aus – im Auftrag ihrer Kunden. Es geht ausschließlich um große Beträge. Wer die Kunden sind und um welche Volumina es geht, verrät aber niemand.

Dieser beim sogenannten Goldfixing festgestellte Preis ist der Richtwert für den globalen Goldhandel. Zwar kann das Edelmetall jederzeit gehandelt werden, allerdings finden die Geschäfte nur außerbörslich (OTC) statt. Das bedeutet, dass Käufer und Verkäufer selbst den Preis für die gewünschte Menge – meist sind es nur einige Unzen (je rund 31 Gramm) – aushandeln. Das Ergebnis ist der sogenannte Spotpreis. Er schwankt ständig. Ganze Barren (12,4 Kilogramm) werden dagegen meist über bestimmte Großhandelsplätze abgewickelt. Der wichtigste ist der London Bullion (Goldbarren) Market. Auch hier variieren die Preise über den Tag.

Für große Deals und zur Bewertung der Bestände der Minengesellschaften, Banken, Notenbanken und sonstiger Investoren wird jedoch ein einheitlicher Referenzpreis benötigt. Dieser wird beim offiziellen Fixing ermittelt. Auch Schmuck- und Münzhändler orientieren sich an diesem Preis. Zudem ist er die Basis für weltweite Derivategeschäfte.

Seit 1919 findet das Fixing in der britischen Hauptstadt statt – zunächst nur morgens. Seit 1968 wird zur Eröffnung der US-Börsen auch nachmittags ein Preis ermittelt.

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