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26.06.2017

16:03 Uhr

Goldhandel

Auf einmal fällt der Goldpreis wie ein Stein

Auf einen Schlag ist am Morgen der Preis für Gold um mehr als ein Prozent gefallen – ein riesiges Umsatzvolumen trug dazu bei. Es gibt Indizien, was den Preissturz auslöste.

56 Tonnen Gold in kürzester Zeit gehandelt. dpa

Goldschmuck

56 Tonnen Gold in kürzester Zeit gehandelt.

Der Goldpreis ist am Montagmorgen um zehn Uhr deutscher Zeit im Londoner Handel abrupt um 1,6 Prozent abgerutscht. Das Volumen für Gold-Future-Kontrakte in New York war unmittelbar zuvor in die Höhe geschossen, was Händler auf einen möglichen „Fat finger“-Vorfall („Dicker Finger“) zurückführen. Darunter wird eine aus Versehen ausgelöste große Order verstanden, die durch eine versehentliche Eingabe erfolgt ist.

Der Handel schnellte innerhalb einer Minute auf bis zu 1,8 Millionen Unzen nach oben – ein Niveau, das selbst am Handelstag nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten oder der überraschenden Abstimmung für den britischen EU-Austritt vor einem Jahr nicht erreicht worden war.

Abrupter Kurssturz um 10 Uhr morgens.

Kursentwicklung am Montag

Abrupter Kurssturz um 10 Uhr morgens.

„Niemand weiß etwas, abgesehen von dem unglücklichen Individuum, das den falschen Knopf gedrückt hat“, so David Govett, Chef des Edelmetall-Handels bei der Marex Spectron Group in London. Durch automatische Handelsprogramme und die Tatsache, dass es eigentlich geringe Umsätze am Montag gegeben habe, könnte die Kursschwankung verschärft worden sein, schätzt Govett.

Andere Marktteilnehmer sagten, dass ein Händler entweder einen größeren Auftrag als geplant abgegeben habe oder die Fähigkeit des Markts überschätzt worden sei, eine solch große Menge zu absorbieren.

Etwa 18.150 Future-Kontrakte à 100 Unzen (insgesamt also 56 Tonnen Gold) wurden an der New Yorker Rohstoffbörse Comex in weniger als einer Minute gehandelt, bevor die Transaktionen auf 2.334 Kontrakte eine Stunde später fielen. Der Goldpreis gab innerhalb eines Wimpernschlags um bis zu 1,6 Prozent nach und notierte bei 1236,43 Dollar, dem niedrigsten Wert seit dem 16. Mai. Die Geschwindigkeit der Kursbewegung ist außergewöhnlich.

Daniel Briesemann, Rohstoffexperte der Commerzbank, sagte dem Handelsblatt: „Es verdichten sich die Hinweise, dass ein Händler bei der Ordereingabe die Anzahl der Unzen und die Anzahl der Kontrakte vertauscht hat.“ Ein Fehler um den Faktor 100 also. Das kommt nach Schätzung von Briesemann vielleicht einmal im Jahr vor. Normalerweise wird das dann aber zügig korrigiert. Das ist im aktuellen Fall jedoch nicht erkennbar.

Kommentare (8)

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Herr Helmut Metz

26.06.2017, 17:19 Uhr

Herrlich!!!!
Ich habe mit Put-OS abgehedgt und kann mir nun für den Hedge-Gewinn zusätzlich reales Metall ins Portfolio schmeißen.
Ach ja: vermutlich hat einfach die BIZ mal wieder ein paar Tonnen Papiergold abgeladen. Geht noch etwas mehr? Ich freue mich schon.
Short beim DAX oder beim Dow gehen die ZB´s (oder gleich die BIZ) ja grundsätzlich nie.
Also dort zuschlagen, wo sie short gehen (müssen)... ;-)

Herr Tomas Maidan

26.06.2017, 18:15 Uhr

Glückwunsch Helmut, Sie sind ein Fuchs.

Herr Peter Spiegel

26.06.2017, 18:24 Uhr

reales Metall ins Portfolio@Herr Helmut Metz
Weiter so, die Regierung wird ihr Portfolio mit Freude, sich einverleiben. Hauen Sie den Zaster lieber auf den Kopf, sonst kommt Mutti und feiert den Vereinigungsparteitag von KPD und SPD zur SED im Admiralspalast in Berlin, mit dem historischen Händedruck zwischen Otto Grotewohl und Wilhelm Pieck

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