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13.04.2016

13:06 Uhr

Goldmine in Südafrika

Ex-Bank-Praktikant wagt goldenes Abenteuer

Ein 77 Jahre alte Mine in Südafrika wurde 2013 geschlossen und ausgeraubt - bis auf das goldhaltige Erz. Nun will ein 28-Jähriger die Mine wieder eröffnen und das Gold im Wert von elf Milliarden Dollar wieder fördern.

Goldförderung in Südafrika, hier die Mine des Konzerns Harmony Gold. dpa

Goldmine Südafrika

Goldförderung in Südafrika, hier die Mine des Konzerns Harmony Gold.

JohannesburgIn der 77 Jahre alten Blyvooruitzicht-Goldmine südwestlich von Johannesburg wurde nach der Schließung 2013 fast alles gestohlen - mit Ausnahme von Erz, das Gold enthält. Jetzt wollen Dane Viljoen, ein ehemaliger Praktikant bei Goldman Sachs, und sein Bruder Bastiat die Mine wieder zum Leben erwecken. Ihren Schätzungen zufolge könnte sie noch immer neun Millionen Unzen an Gold erhalten, das bei den aktuellen Preisen nahezu elf Milliarden Dollar (9,7 Milliarden Euro) wert wäre.

Finanziert wird das Abenteuer zum Teil von Peter Skeat, einem südafrikanischen Goldunternehmer. Angesichts ihres Hintergrunds scheinen die Brüder, die beide Abschlüsse von der New York University haben, besser im Silicon Valley aufgehoben als in einer alten Goldmine in Südafrika.

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

Einige der Minen in der Region zählen zu den tiefsten und gefährlichsten in der Welt. Die Herausforderungen bei Blyvooruitzicht sind gewaltig. Es gilt, eine Mine wieder aufzubauen und die Unterstützung der lokalen Einwohner zu gewinnen. Diese beschreiben einem Zeitungsbericht zufolge das Gebiet, das von Dieben und illegalen Bergbauern nach der Minenpleite 2013 überrannt wurde, eher als Kriegsgebiet. „Wir versuchen, Startup-Mentalität in eine Branche zu bringen, die es seit tausenden Jahren gibt“, sagt Dane Viljoen in einem Interview mit Bloomberg in Südafrika.

Zwar haben die Partner große Ambitionen. Doch sie beginnen erstmal auf kleiner Ebene. Sie wollen zunächst die Verarbeitungsanlage von Blyvooruitzicht wieder aufbauen und dann 2017 mit der Verarbeitung von Schutt beginnen. Dieser hatte sich in den Jahrzehnten des Abbaus angehäuft und enthält noch immer kleine Mengen Gold, die sich nun angesichts besserer Technologie herausfiltern lässt.

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