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06.08.2012

16:55 Uhr

Goldpreis

Die Ruhe vor dem (Gipfel)Sturm?

VonJörg Hackhausen, Christian Panster

Der Goldpreis hat sich zuletzt kaum bewegt. Dabei könnte das Umfeld kaum besser sein für das Edelmetall. Experten erwarten deshalb, dass die Preise schon bald steigen könnten - und das kräftig.

Goldbarren und -Münzen. Experten erwarten Preisanstieg. dpa

Goldbarren und -Münzen. Experten erwarten Preisanstieg.

DüsseldorfSeit Wochen kommt der Goldpreis nicht vom Fleck. Er pendelt um die Marke von 1 600 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Immer, wenn es danach aussieht, dass er sich etwas befreien kann, fällt er anschließend wieder zurück. „Wir befinden uns seit einem Jahr in einer Korrekturphase“, sagt Dimitri Speck, Goldexperte und Analyst von Staedel Hanseatic. Doch er sieht Chancen, dass der Goldpreis wieder deutlich zulegen wird. „Der Ausbruch steht bevor“, sagt Speck.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Den entscheidenden Anstoß könnte Mario Draghi gegeben haben, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Italiener hatte vor wenigen Tagen vollmundig angekündigt, den Euro um jeden Preis retten zu wollen. Investoren in aller Welt rechnen nun damit, dass Draghi in großem Stile Anleihen der angeschlagenen südeuropäischen Staaten kaufen, also letztlich Geld drucken wird, um die Schuldenprobleme innerhalb des Währungsraumes zu lindern.

Bei genauer Betrachtung werde „ziemlich deutlich“, dass etwas Großes auf dem Weg ist, erklärte Jim O'Neill, Chairman von Goldman Sachs Asset Management, in einer Kundennotiz. Das Ausbleiben von Zentralbank-Aktionen in der vergangenen Woche, die Draghi-Kommentare vergangene Woche und der Besuch des US-Finanzministers Tim Geithner in Deutschland deuten auf einen Eingriff in den kommenden Wochen hin, der „durchdachter ist, als viele annehmen“.

Solch Worte hören Goldanleger nur allzu gerne. „Das niedrige Zinsniveau, die Nachfrage der Zentralbanken und weitere Stützungsmaßnahmen dürften einen fruchtbaren Boden für Gold-Optimisten bieten”, sagte Nick Trevethan, leitender Rohstoffstratege der ANZ Banking Group in Singapur. So wie Trevethan rechnet auch Eugen Weinberg von der Commerzbank mit einem neuen Rekordhoch - und zwar innerhalb eines Jahres.

Kommentare (58)

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sons_of_liberty

06.08.2012, 17:02 Uhr

Das Handelsblatt sagt öffentlich der Goldpreis wird steigen?
Der private Anleger sollte also genau mit dem Gegenteil rechnen ;)

Europaeer

06.08.2012, 17:06 Uhr

Was sollte den Goldpreis beflügeln? Die Nachrichten in Bezug auf die diversen Krisen reißen doch seit 2 Jahren nicht ab.
Viel interessanter ist, was der Goldpreis macht, wenn Europa in einer gemeinsamen Anstrengung und mit Disziplin die Finanzen in den Griff bekommt. Dann geht es für Gold erst einmal in den Keller.

tesaro

06.08.2012, 17:29 Uhr

beide liegt ihr falsch
1. die Finanzkrise bekommt niemand mehr in den Griff!
2. Gold wird noch bis zu 2.500 $ steigen!

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