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11.02.2016

08:46 Uhr

Goldpreis und Goldaktien

Das Edelmetall feiert ein Comeback

VonIngo Narat

Die Nachfrage nach Gold ist zuletzt gestiegen, der Preis für den Rohstoff steigt am Donnerstag sogar auf den höchsten Stand seit neun Monaten. Und die Aktionäre von Minenbetreibern können sich besonders freuen.

Goldbarren für jeden Geldbeutel. dpa

Gold

Goldbarren für jeden Geldbeutel.

FrankfurtNutzlosigkeit hat einen Namen: Gold. Jedenfalls nach Ansicht des legendären Investors Warren Buffett. Er findet es sinnlos, das gelbe Metall aus dem Boden zu buddeln, nur um es dann wieder wegzuschließen und zu bewachen.

Viele Jahre hatte der respektierte Investor recht. Der Goldpreis fiel. Doch die Zeiten sind erst einmal vorbei. Das Edelmetall kostet am Donnerstagmorgen in der Spitze 1.213 Dollar je Unze und damit so viel wie zuletzt vor neun Monaten. Seit Jahresstart hat der Preis für die 31,1 Gramm mehr als ein Zehntel an Wert gewonnen.

Und nebenbei hat das Comeback eine kaum bemerkte Hausse entfacht. Während die Aktienkurse weltweit stürzen, sind die Notierungen der Goldförderfirmen nach oben gesprungen. Die erwiesen sich als Krisengewinner.
Es ist ein fulminanter Boom: Der Nyse Arca Gold Bugs Index für die Branchentitel gewann in drei Wochen die Hälfte an Wert. „Das langfristige Ziel sind die alten Hochs“, sagt John Hathaway, der für den US-Vermögensverwalter Toqueville Asset Management Goldminenfonds betreut und für europäische Anleger den „Falcon Gold Equity“ dirigiert.

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

Die Prognose des 74-jährigen Veteranen klingt verwegen. Der Index ist nach seinem Hoch vor fünf Jahren im Zuge des gefallenen Goldpreises kollabiert. Um das damalige Top zu erreichen, müsste er sich vom heutigen Stand aus vervierfachen (siehe Chart).

Der Markt für Goldminenaktien ist anders als andere Aktienmärkte. Vor allem ist er winzig. Hathaway schätzt den Börsenwert aller Förderer weltweit auf maximal 250 Milliarden Dollar. Allein die Apple-Aktie ist bereits mehr als doppelt so groß. Bei den Goldminen gibt es wenige große Titel, daneben viele kleinere Förderer und Explorationsfirmen. Für typische Privatanleger ist das schwieriges Gelände.

Außerdem ist der Kauf einer Minenaktie vergleichbar mit einer Achterbahnfahrt. Erfahrungsgemäß steigen die Minentitel weit stärker als der Metallpreis, fallen auch deutlicher, wenn Gold fällt – wie in den vergangenen fünf Jahren. Denn wegen der Förderkosten schlägt eine Goldpreisänderung viel stärker auf den Unternehmensgewinn durch.

„Diese Hebelwirkung gilt jetzt wieder“, erkennt Phil Russo, Analyst beim US-Finanzhaus Raymond James. „Wir raten unseren Kunden ihre Bestände an Goldminenaktien zu erhöhen“, ergänzt der Mann aus Toronto. Seiner Rechnung nach müssten sich die Minenkurse fast verdreifachen, damit das historische Verhältnis der Notierungen zum Goldpreis widerhergestellt wäre.

Kommentare (20)

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Herr Marc Otto

11.02.2016, 08:58 Uhr

Hmm, ich glaube, es handelt sich um einen typischen Verlauf des Edelmetalls. Immer wenn die globale Lage unsicherer wird, steigt der Goldpreis.

Die wirtschaftlichen Randbedingungen sehen ja auch (weltweit) nicht besonders gut aus. wohin man auch sieht, hört, eigentlich sieht alles sehr mies aus. Auch wenn man mit den illegalen Eindringlingen und der russischen Reinigung in Syrien davon ablenkt, es bleibt trotzdem eine miese Lage, weltweit.

Herr Hans Mayer

11.02.2016, 09:13 Uhr

Wochernlang wurden hier alle möglichen Gründe gegen Gold und andere Edelmetall aufgeführt, an Aktien geht kein Weg vorbei hieß es immer, aber "Gute" Aktien sollten es sein, Deutsche Bank, VW, die behalten immer ihren Wert, da kann man nix falsch machen.
Viel Spaß mit den Aktien, bald wird man sehen was das wertlose Papierzeug wert ist.
Ich lehne mich derweil beruhigt zurück, in dem Wissen alles richtig gemacht zu haben.
Edelmetalle haben und AfD wählen, da kann man gar nichts falsch machen

Herr Bernhard Ramseyer

11.02.2016, 09:30 Uhr

Richtig die Lage war mies, ist mies und bleibt mies.

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