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21.02.2013

12:23 Uhr

Goldpreis unter Druck

„Die Anleger verkaufen zu voreilig“

Anleger spekulieren auf ein mögliches Ende der ultra-lockeren Geldpolitik der US-Notenbank und verkaufen Gold. Die Inflationsangst lasse wohl nach. Doch Experten sehen die Verkäufe als zu voreilig an.

1000 Gramm schwere Goldbarren. Der Goldpreis ist seit Monaten auf Talfahrt. dpa

1000 Gramm schwere Goldbarren. Der Goldpreis ist seit Monaten auf Talfahrt.

FrankfurtAngesichts der nachlassenden Furcht vor einer anziehenden Inflation haben einige Anleger am Donnerstag den „sicheren Hafen“ Gold verlassen. Das Edelmetall baute sein 2,6-prozentiges Vortagesminus zunächst aus und fiel zeitweise auf 1554,49 Dollar je Feinunze - der tiefste Stand seit über sieben Monaten. Am Vormittag stabilisierte es sich und notierte 0,2 Prozent fester bei 1567 Dollar.

Als Auslöser für den zwischenzeitlichen Kursrutsch nannten Börsianer die Diskussion um ein mögliches vorzeitiges Ende der ultra-lockeren US-Geldpolitik. Rohstoff-Stratege Jeremy Friesen von der Societe Generale bezeichnete die Verkäufe als voreilig. Schließlich sei die US-Arbeitslosigkeit weiterhin hoch.

Außerdem seien die politischen und konjunkturellen Probleme in Europa noch nicht überwunden. „Die Zentralbanken werden die Wirtschaft noch einige Zeit an ihrem Lebenserhaltungssystem angeschlossen halten.“

Was 2012 aus 1.000 Euro wurde

Zypriotische Aktien (CSE)

407 Euro

Öl (WTI)

899 Euro

Spanische Aktien (Ibex)

968 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

989 Euro

Sparbuch (Durchschnitt)

1005 Euro

Tagesgeld (Durchschnitt)

1014 Euro

US-Staatsanleihen

1029 Euro

Gold

1034 Euro

Bundesanleihen

1038 Euro

Dow Jones

1049 Euro

Silber

1052 Euro

Nikkei 225

1069 Euro

EuroStoxx 50

1149 Euro

Schweizerische Aktien (SMI)

1167 Euro

Italienische Staatsanleihen

1203 Euro

Euro-Unternehmensanleihen (Non-Investment-Grade)

1242 Euro

Irische Staatsanleihen

1297 Euro

Dax

1299 Euro

Griechische Aktien (ASE)

1342 Euro

Griechische Staatsanleihen (inkl. Schuldenschnitt, ohne Rückkauf)

1452 Euro

Türkische Aktien (ISE 100)

1576 Euro

Venezolanische Aktien (IBC)

2882 Euro

Platin und Palladium setzten ihre Talfahrt fort und verloren 2,2 Prozent auf 1608,75 Dollar und 2,8 Prozent auf 716,50 Dollar. Hier lasteten die schwachen europäischen Konjunkturdaten auf der Stimmung, sagten Börsianer. Wegen ihrer Bedeutung bei der Herstellung von Autokatalysatoren rechnen Anleger Platin und Palladium eher den Industrie- als den Edelmetallen zu.

Von

rtr

Kommentare (16)

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Radiputz

21.02.2013, 12:38 Uhr

Wer Gold zu Spekulationszwecken kauft, sollte lieber die Finger davon lassen. Gold ist Langfristinvestment. Man kauft es, aber man verkauft es nicht, sowenig wie man seine Großmutter verkauft oder einen Oldtimer der seit Großvaterszeiten in der Familie ist.

goldbesitzer

21.02.2013, 13:08 Uhr

Wieso sollte man sein Gold verkaufen? Welches Problem wurde denn genau gelöst?

Meines Wissens sieht die Lage folgendermaßen aus:
- wischiwaschi Alibi-Bankenregulierung
- Deflationsverhinderung per Notenpresse
- ungebremste staatliche Schuldenorgien weltweit

Einziger Silberstreif am Horizont:
- (noch) vorhandener Sparwille in den Südländern der EU

Inbrevi

21.02.2013, 14:20 Uhr

Es ist also wieder an der Zeit lenkend einzugreifen um durch Edelmetall-Preis-Manipulation die Anleger-Nachfrage nach "windigen Papieren" zu stimulieren und das Vertrauen der Bürger in EURO und Dollar wieder in die richtige Richtung zu lenken.
Bald wird wohl verkündet werden, daß Staatsanleihen,etc. gefragt sind wie nie zuvor.
So wird der Ballon weiter und weiter mit warmer Luft aufgepumpt, bis der Knall nun wirklich nicht mehr vermieden werden kann.
Im Übrigen kann ich -->goldbesitzer und Radiputz nur zustimmen.

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