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30.11.2015

19:36 Uhr

Goldpreis

Wann fällt die 1.000-Dollar-Marke?

VonJürgen Röder

Gold als Krisenwährung – diese Zeiten sind wohl endgültig vorbei. Trotz vieler Krisenherde hat das Edelmetall im November den größten Monatsverlust seit Juni 2013 erzielt. Was nun den Goldpreis beeinflusst.

Noch 2011 kostete eine Feinunze mehr als 1.900 US-Dollar dpa

Gold-Händler in München

Noch 2011 kostete eine Feinunze mehr als 1.900 US-Dollar

DüsseldorfDer Goldpreis hat im November seinen größten Monatsverlust seit mehr als zwei Jahren verzeichnet. In diesem Monat fiel der Preis für eine Feinunze (31.1 Gramm) um 7,5 Prozent auf 1.052 US-Dollar.

Experten zufolge dürfte ein Rutsch unter die Marke von 1.000 Dollar nur eine Frage der Zeit sein. „Wir sehen selbst auf diesem Mehrjahrestief keine echten Zeichen einer Erholung“, sagt David Govett, Leiter für Edelmetalle beim Londoner Händler Marex Spectron, gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Es gibt zwar etwas physische Nachfrage, aber nichts von der Größe, die für ein Comeback des Goldpreises notwendig sind“.

Die globalen staatlichen Goldreserven

Hintergrund

Die Daten des Internationalen Währungsfonds zeigen die Goldreserven ausgewählter Staaten (in Tonnen) zum Jahresende 2016. Die Statistik legt außerdem offen, wie groß der Anteil des Goldes an den gesamten staatlichen Währungsreserven ist. Viele Länder bunkern neben Gold große Devisenbestände, etwa in US-Dollar oder in Euro.

USA

Bestand: 8133,5 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 73,8 Prozent

Quelle: World Gold Council

Deutschland

Bestand: 3779,9 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 67,6 Prozent

Frankreich

Bestand: 2435,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 61,5 Prozent

China

Bestand: 1842,6 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 2,2 Prozent

Schweiz

Bestand: 1040,0 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,6 Prozent

Russland

Bestand: 1615,2 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 15,2 Prozent

Indien

Bestand: 557,8 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 5,7 Prozent

Großbritannien

Bestand: 310,3 Tonnen

Gold-Anteil an staatlichen Reserven: 8,5 Prozent

Früher galt Gold als Krisenwährung, doch diese Zeiten sind offenbar vorbei. Der neue kalte Krieg zwischen Russland und dem Westen spielt offenbar genauso wenig eine Rolle wie die tiefgespaltene Euro-Zone in der dramatischen Flüchtlingsproblematik. Auch die überhitzten Börsen in China, die nur mit staatlicher Einmischung wieder auf Kurs gebracht werden konnten, haben keinen Einfluss auf den Goldpreis.

Der kennt seit mehr als vier Jahren ohnehin nur eine Richtung: nach unten. Noch 2011 kostete eine Feinunze zwischenzeitlich mehr als 1.900 US-Dollar. Der bisherige Rekordpreis für das gelbe Edelmetall. Selbst der Abschuss des russischen Kampfjets durch die Türkei in der vergangenen Woche hinterließ im Chart nur ein müdes Zucken.

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Der Grund für den November-Kursrutsch ist die Diskussion um die Leitzinserhöhung in den USA. Denn wenn die USA ihre Zinsen erhöhen, verliert Gold an Attraktivität. Weil Anleger mit Gold keine Zinsen oder Dividenden erwirtschaften können. Und dieser Zyklus steht mit der ersten, wahrscheinlichen Zinserhöhung im Dezember dieses Jahres erst am mehrjährigen Anfang.

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