Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.09.2014

16:03 Uhr

Goldproduzenten

Neue Zeiten am Goldmarkt

Gold gilt zwar immer noch als Krisenwährung, doch das Edelmetall hat eine schwere Zeit hinter sich. Der derzeitige Preisverfall ist der größte seit 30 Jahren. Nun dürfte dem Goldmarkt eine Konsolidierung bevorstehen.

Gold befindet sich mitten in der Erholung. Doch damit die Genesung gelingt, müssen einige Goldproduzenten künftig die Finger von den Barren lassen und sich vom Goldmarkt verabschieden. dpa

Gold befindet sich mitten in der Erholung. Doch damit die Genesung gelingt, müssen einige Goldproduzenten künftig die Finger von den Barren lassen und sich vom Goldmarkt verabschieden.

Im Goldbergbau ist eine Konsolidierung erforderlich, damit unprofitable Minen schließen und sich die Rendite der Investoren verbessert, teilt Fidelity Investments aus Boston mit. Die Branche erholt sich gerade vom schärfsten Preisrückgang seit 30 Jahren.

Rund ein Drittel der Goldproduktion bringe bei einem Preis pro Unze unter 1250 Dollar wahrscheinlich Verluste ein, sagte Joe Wickwire, der den Fonds Fidelity Select Gold Portfolio verwaltet. Da Gold derzeit bei etwa 1230 Dollar notiere, „wäre es vielleicht keine schlechte Sache“, wenn sich die Zahl der Produzenten um ein Drittel reduziere. „Es ist Teil des Lebenszyklus von Branchen, dass man immer mal wieder eine Bereinigung um die Teile braucht, die nicht funktionieren“, so Wickwire in einem Telefoninterview.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Die Goldproduzenten, die sich seit Sonntag beim jährlichen Denver Gold Forum treffen, haben ihre Budgets verringert, Beteiligungen verkauft und ihre Abbauplanungen angepasst. In den letzten zwölf Monaten hat das Edelmetall 28 Prozent an Wert verloren, was zu Abschreibungen von mehr als 26 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro) führte. Der Konsolidierungsprozess habe bereits begonnen, erklärte Wickwire.

„Die Branche hat aus der Perspektive der Kapitalallokation, des Risikomanagements und der operativen Durchführung einen sehr schlechten Job gemacht“, so der Fondsmanager. „Für langfristig orientierte Investoren wäre es besser, wenn die Branche schrumpfen und sich die Unternehmen bei einer konservativen Golpreiserwartung auf Gewinnerzielung konzentrieren würden.“

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Carl Icahn Jr.

17.09.2014, 16:45 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Pom Muc

17.09.2014, 17:14 Uhr

Das HB sollte mal definieren was es unter "derzeit" versteht!

Das sind die Goldpreise für eine Unze gemäß NY/London-Fixing.
986,31€ / $1318,60 17.09.2013
953,91€ / $1236,38 17.09.2014
Ich sehe da 3,3% Rückgang in Euro und 9,3% in US Dollar.

UBS hatte für den Sommer $1050 vorausgesagt und GS ebenfalls $1050 für Ende 2014. Schon alleine diese Prognosen sorgen dafür dass sich beim derzeitigen Preisniveau viele Käufer in Erwartung weiterer Preisrückgänge zurückhalten.

Herr Klaus Grelle

17.09.2014, 19:07 Uhr

Ich lasse mich gern als unbedarft einstufen - da kann ich nur noch mitleidig lächeln und kann ganz ruhig bleiben. Gold hat einen Wert an sich, und alle begehen den Fehler, Gold mit dem wertlosen bedruckten Papier, das sich Geld nennt, aufzurechnen. Gold hat seinen spezifischen Bestand, der "ewig" bleibt, während das Papier vielleicht schon x-mal und erst recht morgen entwertet wird oder wurde und durch die Politiker, die Banken und andere Finanz-Verbrecher-Syndikate dem Volk enteignet und gestohlen wird und wurde. Denken Sie an die Asiaten, die ein so ganz anderes und gesundes Verhältnis zum Gold haben. Wir werden doch nur derart manipuliert, dass wir möglichst nur auf den "Wert" des bedruckten Papiers starren sollen. Und wenn im Hintergrund der Goldpreis von bestimmten Finanz-Mächten manipuliert wird, ist dies nur ein Beweis für meine Haltung dem Gold gegenüber - die denken und handeln nämlich nicht amders..!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×