Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.09.2011

11:58 Uhr

Goldrausch

Deutsche rennen Goldhändlern die Bude ein

Seit Wochen bewegt sich der Goldpreis auf Rekordniveau. Viele Bürger nehmen die Gelegenheit zum Anlass, ihr Gold zu Geld zu machen. Doch die Annahmestellen halten dem Ansturm kaum noch Stand.

Einige Annahmestellen mussten Kunden wegen des großen Andrangs wieder wegschicken. dpa

Einige Annahmestellen mussten Kunden wegen des großen Andrangs wieder wegschicken.

Berlin„Das war mehr als nur der Wahnsinn“, sagt Holger Busse. Der Inhaber eines Münzfachgeschäfts im Hamburger Stadtteil St. Georg schüttelt immer noch den Kopf, wenn er an die vergangenen Tage denkt. Bis zu zehn Kunden standen zeitweise gleichzeitig in seinem kleinen Laden - und wollten Gold in Euro tauschen. Manche musste er zunächst wieder wegschicken.

Deutschland im Goldrausch: Alte Ringe, Ketten und Uhren, die zum Teil schon Jahrzehnte in der Schublade liegen, werden überall zum Ankauf feilgeboten. Selbst Zahngold scheint entbehrlich. „Die Leute rennen den Händlern in ganz Deutschland die Bude ein“, sagt Roman Schneider, Vorsitzender des Berufsverbands des Deutschen Münzenfachhandels, des Branchenverbands der Goldhändler. „Viele geben schon Kekse und Getränke aus, um die Wartezeit zu versüßen.“

Der Goldpreis steigt seit Monaten - und erklomm in den vergangenen Wochen, als die Aktienkurse weltweit einstürzten, einen neuen Höchststand: Eine Feinunze (31,10 Gramm) des Edelmetalls kostete erstmals mehr als 1900 Dollar (1313 Euro). Seitdem ist der Preis zwar wieder gesunken, doch viele Bürger wollen trotzdem Kasse machen. Die Branchenverbände warnen dabei vor unseriösen Anbietern.

„Die Nachfrage ist größer als je zuvor“, sagt Helga Schwab, die in ihrem Geschäft in Hannover schon seit vielen Jahren Gold ankauft. Inzwischen sei „eine goldrauschartige Atmosphäre“ entstanden. „Einer wollte sogar einen in Gold gegossenen Schädel loswerden“, sagt Atif Umran, Inhaber eines Juwelierladens im Frankfurter Bahnhofviertel. „Es ist der nackte Wahnsinn, was hier los ist“, wundert sich auch Bernhard Sandkühler. Der Geschäftsführer eines Juweliergeschäfts im Zentrum Stuttgarts musste sogar die Zahl seiner Mitarbeiter erhöhen. „So was hat es noch nie gegeben. Man fragt sich langsam, wo all die Sachen herkommen.“

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

rosaliusz

01.09.2011, 13:10 Uhr

An dem Autor: ja Menschen sind nun mal Schwachköpfe. Sie verkaufen GOLD obwohl wir bald offiziell alle PLEITE sind.
Menschen essen auch Blutwurst...

Wollen Sie? Ich habe immmer was im Handschuhfach :)

Account gelöscht!

02.09.2011, 13:22 Uhr

Wie heißt es so schön : Die Masse liegt immer falsch. Also halte ich es mit der Bibel: Lasset Eure Golddukaten und Eure Töchter zu mir kommen. (Aber bitte nicht die Hässlichen !!!)

Rick

02.09.2011, 18:18 Uhr

Einfach toll: "Gold gab ich für Papier...". Die Landung wird für all diese Schafe katastrophal sein. Aber eben, jedem das Seine ;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×