Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.01.2007

14:45 Uhr

Golfemirat setzt auf verflüssigtes Gas

Katar bietet Europa Gas an

VonJürgen Flauger

Katar bietet sich Europa als Lieferant von Erdgas an: Das Golfemirat will in den kommenden Jahren zum bedeutendsten Produzenten von verflüssigten Gas (Liquified Natural Gas (LNG) aufsteigen – und einen Großteil seiner Produktion in der Europäischen Union (EU) verkaufen. Das kündigte Naji Abi-Aad, Direktoriumsmitglied von Katar Petroleum, auf der „Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft“ an.

DÜSSELDORF. Das Land verfügt über nachgewiesene Gasreserven von 26 Billionen Kubikmeter. Damit kommt es auf einen Anteil an den weltweiten Reserven von 14,3 Prozent und steht nach Russland und dem Iran an dritter Stelle. Die Produktionskapazitäten sind dagegen noch längst nicht ausgeschöpft, auch wenn Katar im letzten Jahrzehnt die Förderrate verdreifacht hat.

„Wir verfügen über niedrige Produktions- und Förderkosten“, warb Abi-Aad. Katars Gasfelder seien leicht zu erschließen und lägen günstig, nahe an Schlüsselmärkten im Nahen Osten. Katar könne aber LNG aber auch gut nach Asien, Europa und in die USA verschiffen. Insbesondere biete das Golfemirat stabile und verlässliche politische Rahmenbedingungen.

Katar setzt vor allem auf LNG. Das Produkt, bei dem Erdgas in aufwändigen Anlagen verflüssigt, mit Spezialtankern transportiert und in den Zielgebieten wieder aufbereitet und in die Leitungen eingespeist wird, verzeichnet zur Zeit große Wachstumsraten. Lange Zeit war es in Europa wegen der hohen Produktionskosten nicht konkurrenzfähig zu Pipelinegas aus Russland oder Norwegen. In den letzten Jahren haben sich die Verhältnisse aber relativiert.

Katar ist mit einer Produktion von 33 Millionen Tonnen pro Jahr bereits der drittgrößte LNG-Produzent der Welt. Bis 2012 soll der LNG-Export auf 77 Millionen Tonnen klettern. „Wir werden damit der größte LNG-Exporteur weltweit“, sagte Abi-Aad. Als Abnehmer hat er neben den USA und Asien insbesondere auch Europa im Blick. Dorthin sollen 30 Prozent der Mengen gehen.

Rainer Seele, Chef des Gasimporteurs Wingas teilt die Prognose allerdings nur begrenzt: „Zugegeben, die Bedeutung von Katar und LNG für uns wird sicherlich steigen, aber sie wird auch begrenzt bleiben.“ Nach seinen Worten kann LNG in Europa nur eine Ergänzung zum Bezug per Pipeline sein. Er schätzt hingegen, dass der Anteil von russischem Gas an der Gasversorgung Europa von 25 auf 30 Prozent steigen wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×