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26.06.2015

14:39 Uhr

Griechenland und Euro

Euro verkaufen – komme, was da wolle

Gestern Pimco, heute Barclays: Analysten zahlreicher Finanzinstitute erwarten mittelfristig eine Euro-Dollar-Parität. Mit Griechenland hat das wenig zu tun. Experten raten daher zum Verkauf – egal, was in Athen passiert.

Egal, was mit Griechenland passiert: Als größten Treiber für den Kursverfall beim Euro sehen die Analysten das Anleihekaufprogramm OMT der EZB – und raten daher zum Verkauf. AFP

Eindeutiges Urteil

Egal, was mit Griechenland passiert: Als größten Treiber für den Kursverfall beim Euro sehen die Analysten das Anleihekaufprogramm OMT der EZB – und raten daher zum Verkauf.

TokioDer Rat der Devisenexperten von Barclays, über Pimco bis hin zur Bank of Tokyo ist eindeutig. Sollte Griechenland in den Staatsbankrott gezwungen werden: Euro verkaufen. Kommt die Einigung mit den Gläubigern doch noch: Euro ebenfalls verkaufen. Denn was für den Kurs der Gemeinschaftswährung wirklich zählt, ist nicht etwa das finanzielle Schicksal des kleinen Mittelmeerlandes, sondern das Anleihekaufprogramm der EZB.

Die Eurozonen-Notenbank wird nach eigenen Angaben ihr QE-Programm im Volumen von 1,1 Billionen Euro mindestens bis September 2016 durchführen und damit die Renditen von Anleihen drücken, was Aktien prinzipiell attraktiver macht. Den Euro wird es mittelfristig schwächen; schon jetzt ist die Devise vor dem Neuseeland-Dollar in diesem Jahr mit ihrem Verlust von 4,3 Prozent die schwächste unter den zehn wichtigsten Währungen aus entwickelten Industrieländern, wie aus Daten von Bloomberg hervor geht.

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„Derzeit sieht es so aus, dass die EZB der bedeutendste Faktor für den Eurokurs sein wird“, sagte Stratege Mitul Kotecha von Barclays in Singapur. Die aggressive Vorgehensweise der EZB bis September werde den Euro weiter schwächen. Unterschiede in der Geldpolitik und Zinsunterschiede mit den USA, sowie ein unterschiedliches Wachstumstempo deuteten ebenfalls auf fallende Eurokurse. Im dritten Quartal ist nach Ansicht von Kotecha entsprechend mit der Parität zum Dollar zu rechnen.

Seit einem Tief am 16. März bis zum jüngsten Hoch am 15. Mai hatte der Euro zum Dollar 9,6 Prozent zugelegt. Zugleich hatten höhere Wachstumsaussichten Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der QE-Programms der EZB geschürt. Seitdem hat die Währung 2,4 Prozent verloren und wurde zuletzt bei etwa 1,12 Dollar gehandelt. Laut Erwartung des Analysten Yasuaki Amatatsu von der Bank of Tokyo-Mitsubishi wird der Euro schon im Juli den Bereich von 1,05 bis 1,06 Dollar testen.

Im Mittel erwarten von Bloomberg befragte Strategen bis zum Jahresende einen gegenüber dem aktuellen Stand etwa sechs Prozent niedrigeren Euro von 1,05 Dollar.

Kommentare (2)

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Frau Ich Kritisch

26.06.2015, 16:01 Uhr

ich verkauf meine euros auch regelmäßig
z.B gegen Lebensmittel - Baumaterial - Zigaretten - Benzin ...

Herr Peter Spiegel

26.06.2015, 17:08 Uhr

Die Schlauen sind längst raus aus dem Euro, der Rest ist Grundversorger.

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