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26.06.2013

13:12 Uhr

Gute US-Konjunktur

Goldpreis fällt auf Drei-Jahres-Tief

Die Preise für Silber und Gold sinken weiter. Beide Metalle notieren so niedrig wie seit drei Jahren nicht mehr. Grund sind die guten US-Konjunkturdaten. Zuletzt hatten mehrere Investmentbanken ihre Prognose gesenkt.

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FrankfurtDie Furcht vor Inflation unter den Anlegern lässt nach – den „sicheren Hafen“ Edelmetalle laufen sie deshalb seltener an. Gold verbilligte sich am Mittwoch um fast vier Prozent Prozent auf 1224 Dollar je Feinunze. Silber fiel in der Spitze sogar um 4,1 Prozent auf 18,78 Dollar. Das ist in beiden Fällen der niedrigste Stand seit knapp drei Jahren. Als Grund für den erneuten Kursverfall nannten Börsianer die ermutigenden US-Konjunkturdaten vom Vortag. Die positiven Zahlen vergrößerten die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank ihre Geldspritzen, mit der sie die Konjunktur ankurbeln will, noch vor dem Jahresende verringert.

„Die US-Zahlen deuten Größtenteils auf ein stärkeres Wachstum hin, was den Dollar nach oben treibt“, sagte David Lennox, Analyst der Fat Prophets in Sydney. „Das sind die beiden Nägel im Sarg des Goldes: ein stärkerer Dollar und die Erwartung, dass die quantitative Lockerung verringert wird.“

In den vergangenen Tagen hatten bereits mehrere Investmentbanken ihre Prognose für den Goldpreis gesenkt. Nach Goldman Sachs und UBS hatte am Dienstag Morgan Stanley das Ziel gesenkt. Für 2013 gehen die Analysten von Morgan Stanley, Peter Richardson and Joel Crane, nun von 1409 Dollar aus, nachdem es zuvor noch 1487 Dollar gewesen waren. Im kommenden Jahr rechnen sie mit 1313 Dollar. Hier prognostizierten sie zuvor 1563 Dollar. Für 2015 nahmen sie die Prognose von 1450 auf 1300 Dollar zurück. Zudem senkten sie ihre Ziele für Gold und Silber bis 2018. Hintergrund ist die Erwartung, dass die Notenbank ihre geldpolitischen Anreize wegen der Erholung der US-Wirtschaft vermindern könnte.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Die Bestände von börsengehandelten Produkten sind am Montag auf 2.094,647 Tonnen gefallen und erreichten damit den niedrigsten Stand seit Juni 2010, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. Damit beläuft sich der Rückgang auf 20 Prozent in diesem Jahr, nachdem es zuvor in jedem Jahr seit der Erstnotiz dieser Produkte 2003 zu einem Anstieg gekommen war.

Kommentare (68)

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teer_schweinstueck

26.06.2013, 09:42 Uhr

....Schätze, wir sehen den Goldpreis innerhalb der kommenden 12 Monate noch deutlich unter 1.000 USD....

nixGoldjunge

26.06.2013, 09:48 Uhr

Das ärgert mich jetzt schon, das Gold doch nichts mehr wert sein soll. Wenigstens läuft es ja wirtschaftlich so super, das wir die Zinsen so niedrig halten müssen, das das ersparte Geld auch nichts mehr bringt, weil es wohl auch nichts wirklich werthaltiges ist. Naja, ich bin nicht der einzige Verlierer in Sachen Gold. Die BuBa hat dann wohl auch so etwa 30.000.000.000 EUR weniger "Rücklagen", als vor einem Jahr. Das war auch bitter nötig, diese "Inventur", schließlich haben die Verpflichtungen ja auch noch weiter zugenommen und dann beruhigt es doch, wenn die eurpo. Verwandten nicht mehr ganz so scharf sind auf unser Goldgehänge, was ja offensichtlich auch nicht wirklich wertvoll ist.

Gaffel

26.06.2013, 10:12 Uhr

Hier wird Ursache mit Wirkung verwechselt!
Sobald die Zinsen (auch wenn das langsam geschehen sollte) wieder steigen, wird sich zeigen, daß diese Zinssenkungen das "Sterben" der Volkswirtschaften nur temporär verlangsamt haben. Die Überschuldungen der Staaten werden bei Zinserhöhungen auf allen Ebenen dramatisch ansteigen, was nur durch höhere Inflation kompensiert werden kann.
(Denn kein Staat hat in diesem aktuell günstigen Zins-Umfeld seine "Hausaufgaben" gemacht und massiv Schulden abgebaut - ganz im Gegenteil.
Das niedrige Zinsniveau hat die Politiker dazu eingeladen, noch mehr Schulden zu machen !)
Und wer glaubt, daß ein paar temporär positive Konjunkturdaten aus den USA das Verhalten ganzer Finanzwirtschaften und damit die Preise wirklich wertstabiler Anlagen ursächlich nach unten ändert, hat die Entwicklung seit 2008 nicht verstanden.
Echte Sachwerte (Gold, Silber, usw.) werden seit Jahren von Investmentbanken und Spekulanten massiv in den "Keller" geknüppelt, damit diese ihre ungedeckten Lieferversprechen der Vergangenheit noch mit Gewinn abschliessen können.
Aber das Spiel geht nur solange gut, bis die Preise unter die Förderkosten fallen. (Das passiert gerade !
Wer jetzt noch ungedeckt verkauft, riskiert seine Existenz.

Übrigens: Wenn alle das Gold oder Silber in Händen halten wollten, welches täglich als "Papierversprechen" um den Erdball rotiert, wäre das System der "ungedeckten Wetten" ohnehin am Ende. Da hilft dann nur noch ein staatliches Verbot von Edelmetallen in Privatbesitz. (Hatten wir in den USA a schon mal - warum also nicht wieder ?).
Deshalb: Es ist nicht 5 vor 12 - sondern bereits viertel nach 12. Da die "Uhren" aber von unseren gesteuerten Presse- u. TV-Sendern gestellt werden, fällt das der Masse nicht mehr auf.

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