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12.08.2014

18:26 Uhr

Halbjahrestief

Öl profitiert nicht von weltweiten Krisen, Gold schon

Während in wichtigen Regionen der Ölproduktion Konflikte die Förderung hemmen, sorgen die USA für ein großes Angebot. Die Preise reagieren darauf mit einem Halbjahrestief. Gold gewinnt hingegen durch die Ukrainekrise.

Zuletzt griffen die Terroristen der IS im Irak auch wichtige Infrastruktur des Ölgeschäfts wie Pipelines und Raffinerien an. Die Ölpreise sinken trotz der angespannten Situation in vielen Förderregionen. dpa

Zuletzt griffen die Terroristen der IS im Irak auch wichtige Infrastruktur des Ölgeschäfts wie Pipelines und Raffinerien an. Die Ölpreise sinken trotz der angespannten Situation in vielen Förderregionen.

Frankfurt/ LondonTrotz der andauernden Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten sind die Ölpreise am Dienstag weiter gefallen.. Zuvor hatte die International Energy Agency (IEA) in Paris die Prognosen für das Wachstum der Öl-Nachfrage für dieses und nächstes Jahr gesenkt. Terminkontrakte auf Rohöl der US-Sorte WTI zur Lieferung im September verbilligten sich um 0,9 Prozent auf 97,26 Dollar je Barrel. Es war der erste Preisrückgang nach drei festeren Tagen. Öl der europäischen Sorte Brent büßte 1,3 Prozent ein auf nun 103,37 Dollar. Im Tagesverlauf war der Preis so tief gefallen wie seit dem 8. November nicht mehr.

„Der Bericht des IEA hat den Markt heute schwer getroffen“, sagte Bill Baruch, eine leitender Marktstratege bei Iitrader.com in Chicago. „Die Sorge um die Nachfrage hat wirklich den Markt bewegt. Es gibt wirklich keinen Grund für WTI über 100 Dollar zu kommen - außer im Falle eines bedeutenden Einschnitts beim Angebot.“

Doch danach sieht es zunächst nicht aus. Die IEA hatte erklärt, die hohe Steigerung der Ölproduktion in Nordamerika sorge für ein reichliches Angebot. Es sehe im Atlantik sogar nach einem Überschuss an Öl aus.

Auch aus der OPEC wurden laut IEA für Juli höhere Fördermengen gemeldet. Ein sinkendes Angebot aus dem Irak, dem Iran und Nigeria sei dadurch mehr als kompensiert worden. Selbst Sanktionen auf den russischen Öl-Sektor blieben weitgehend folgenlos. Die Lage in einigen wichtigen Ölförderländern sei aber schwierig. Börsianer vermuten, dass Anzeichen für eine Unterbrechung der irakischen Öllieferungen die Preise doch rasch wieder in die Höhe treiben könnte - wie zuletzt im Juni. Allerdings sei die Ölförderung im irakischen Kurdistan bisher von den Kämpfen nicht betroffen.

Die Analysten der Commerzbank verweisen darauf, dass die spekulativ orientierten Anleger sich immer mehr aus dem Ölmarkt zurückziehen. Dies verstärke den Druck auf die Preise.

Der Goldpreis notierte am Dienstagnachmittag fester nachdem die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland wieder zunahmen. So will die Ukraine einen Konvoy an Lastern nicht die Grenze passieren lassen, von denen Russland behauptet, dass sie der humanitären Hilfe dienten.

Am Tagesmarkt notierte Gold bei 1315,38 Dollar je Unze 0,5 Prozent fester. Nach der Entscheidung von US-Präsident Barack Obama, Luftangriffe im Irak durchzuführen, war der Goldpreis am 8. August auf 1322,76 Dollar hochgeschnellt, den höchsten Stand seit dem 18. Juli.

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