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11.05.2016

18:07 Uhr

Hedgefonds-Manager

„Die Gold-Rally geht gerade los”

Anleger misstrauen den Notenbanken – und sichern ihre Portfolios mit Gold. Nun rät der milliardenschwere Hedgefonds-Manager Paul Singer zum Kauf des Edelmetalls – wie auch prominente deutsche Investoren.

Um gut ein Fünftel hat sich Gold im ersten Quartal 2016 verteuert. obs

Gold wird weiterhin als lukrative Geldanlage angesehen

Um gut ein Fünftel hat sich Gold im ersten Quartal 2016 verteuert.

DüsseldorfGold hat wieder Fans, auch prominente. Der Hedgefonds-Manager und Milliardär Paul Singer hat sich zum Edelmetall bekannt: „Es macht derzeit viel Sinn, Gold zu besitzen”, schrieb er in einem auf Ende April datierten Brief an seine Investoren. Denn das Vertrauen in die internationale Geldstabilität schwinde: „Anleger beginnen zu begreifen, dass die Zentralbanken alles daran setzen, um ihre Währungen zu schwächen.” Singer, der einen knapp 28 Milliarden US-Dollar schweren Hedgefonds „Elliott Management Corporation” verwaltet, glaubt das das erste Quartal den Beginn einer Gold-Rally markieren könnte. „Wenn das Vertrauen der Investoren in die Zentralbanken weiterhin sinkt, könnte es das Gold mächtig treiben”, so Singer.

Tatsächlich hat das Edelmetall bereits jetzt eine kleine Rally hinter sich. Um gut 16 Prozent haben sich Gold-Futures im ersten Quartal verteuert, um rund 20 Prozent stieg der reguläre Handelspreis. Es ist der höchste vierteljährliche Anstieg seit 1986. Am Mittwoch kostete eine Feinunze (31,1 Gramm) 1278 US-Dollar, ein Prozent mehr als am Vortag. In der vergangenen Woche war Gold auf ein 15-Monats-Hoch von über 1300 Dollar geklettert. Noch immer ist der Preis allerdings noch mehr als 30 Prozent unter dem Rekordhoch von 2011.

Singers Hedgefonds, Elliott Management Corporation, ist gut 28 Milliarden US-Dollar schwer. dpa

Paul Singer

Singers Hedgefonds, Elliott Management Corporation, ist gut 28 Milliarden US-Dollar schwer.

Mit seiner Meinung ist Paul Singer nicht allein. Stanley Druckenmiller hat Anleger ebenfalls zum Goldkauf geraten. In seinem eigenen Portfolio sei Gold derzeit die größte Währungsposition, sagte der Manager auf einer Anleger-Konferenz in der vergangenen Woche. Aktien seien keine besonders gute Alternative, der Bullenmarkt habe sich erschöpft.

Auch hierzulande hat das gelbe Metall prominente Fürsprecher. Als eine „Versicherung, die nichts kostet” hat Bert Flossbach, Gründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, es dem „Handelsblatt” gegenüber beschrieben. Sein zehn Milliarden schwerer Fonds „FvS Multi Opportunities” enthält einen Goldanteil von zwölf Prozent gegenüber acht Prozent im Vorjahr – das sind gut 1,5 Milliarden Euro. Mit dem Gold will Flossbach das Geld seiner Kunden vor den Verwerfungen des Finanzmarktes schützen, nicht Rendite einfahren.

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Selbst die eher pessimistischen Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs haben ihre Prognosen korrigiert. Sie gehen auf Sicht von drei Monaten von 1200 Dollar, bei sechs Monaten von 1180 Dollar und bei zwölf Monaten von 1150 Dollar aus. Die Erwartungen liegen noch unter dem aktuellen Preis von 1275 Dollar. Zuvor lagen die Schätzungen aber bei 1100, 1050 und 1000 Dollar. Als Treiber machten sie spekulative Käufe und den zuletzt niedrigeren US-Dollar aus. Das Aufwärtspotential für Gold sei insgesamt allerdings begrenzt, hieß es. Die Investmentbank rechnet damit, dass die Währungshüter der Fed die Zinsen im September straffen.

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