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22.11.2012

14:35 Uhr

Hedgefonds

Spekulanten wetten massiv auf fallende Rohstoffpreise

Hedgefonds rechnen mit fallenden Rohstoffpreisen. So pessimistisch waren die Investoren nicht mehr seit 2008. Es ist eine Wette gegen die Weltkonjunktur.

Hedgefonds rechnen mit fallenden Preisen für Rohstoffe. dpa

Hedgefonds rechnen mit fallenden Preisen für Rohstoffe.

Hedgefonds befürchten, dass die Weltkonjunktur nachlässt und haben ihre Wetten auf steigende Rohstoffpreise bereits die sechste Woche in Folge zurückgefahren. Seit dem 2. Oktober haben sie ihre Netto-Long- Positionen um 38 Prozent reduziert - die längste derartige Phase seit August 2008.

Allein in der Woche zum 13. November sanken die Netto-Long- Positionen für 18 US-Futures und Optionen um 17 Prozent auf 772.512 Kontrakte, wie Daten der Commodity Futures Trading Commission zeigen. Erstmals seit August waren die Investoren auch pessimistisch, was die Entwicklung des Kupferpreises angeht.

Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte

Viel Verbrauch...

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.

...und wenig Angebot

Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.

13 Prozent

beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft. Die rohstoffhungrige Volksrepublik ist auf dem besten Wege die größte Handelsnation der Welt zu werden.

40 Prozent

der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.

30 Prozent mehr

als vor drei Jahren kosten nach Angaben des Food Price Index der Uno unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.

465 Prozent Gesamtrendite

konnten Anleger mit Aktien auf Goldminen seit 2002 einfahren.

Rohstoffe stehen vor dem ersten jährlichen Verlust seit 2008. Schwächeres Wirtschaftswachstum und höheres Angebot werden nach Einschätzung von Morgan Stanley zu Überschüssen bei Zucker, Aluminium und Zink führen. Die Industrieproduktion in den USA war im Oktober unerwartet zurückgegangen, während die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf einen Wert wie zuletzt im April 2011 zunahmen. In der Eurozone fiel die Wirtschaft im dritten Quartal wieder in die Rezession - zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren.

"Ich bin nicht optimistisch, was Rohstoffe angeht", sagt Martin Murenbeeld, Chefökonom bei Dundee Wealth in Toronto. Er glaube, dass es eine Zeitlang zu keiner Verbesserung der Weltkonjunktur kommen werde - es gebe zu viele Probleme.

Das sinnvolle Sterben der Hedge-Fonds

Video: Das sinnvolle Sterben der Hedge-Fonds

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Der Rohstoffindex Standard & Poor's GSCI Spot Index hat dieses Jahr 0,6 Prozent verloren, während der MSCI All-Country World Index für Aktien sechs Prozent zugelegt hat. Der Dollar gewann 1,1 Prozent gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen. US-Staatsanleihen brachten 2,8 Prozent ein, wie ein Index von Bank of America Corp zeigt.

Die geldpolitische Lockerung der Zentralbanken habe die Rohstoffpreise höher getrieben und es sei ein Fehlschluss der Marktteilnehmer gewesen, angesichts zu vieler Unsicherheiten von weiter steigenden Preisen auszugehen, sagt Michael Shaoul, Vorsitzender von Marketfield Asset Management in New York. Er werde bei Rohstoffen weiterhin pessimistisch bleiben, fügt er an.

Kommentare (20)

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So_ist_es

22.11.2012, 14:47 Uhr

Absolut verständlich.
Die Weltwirtschaft ist tot, nur die Börsen haben's noch nicht gemerkt.

Account gelöscht!

22.11.2012, 14:55 Uhr

Zeitgleich wird das Geld massiv entwertet....habe ich dann bei fallenden Rohstoffen eine Wette mit Gewinn gemacht? ;)

Account gelöscht!

22.11.2012, 15:08 Uhr

Auf die Dauer gesehen die absolut falsche Strategie.
Die Zukunft lässt sich durch zwei einfache Sätze beschreiben, die auf alle Bereiche des Lebens anzuwenden sind:

"Die Bevölkerung der Erde nimmt stetig zu, Jahr für Jahr müssen mehr Münder versorgt werden.
Die Anbaufläche und die Erdoberfläche an sich ist aber beschränkt."

Das beschreibt den gesamtem Sachverhalt sehr einfach und verständlich.
Der Wohlstand nimmt global zu, es entstehen neue, breite Mittelschichten, die den heutigen westlichen Lebensstandard kopieren wollen, bzw. diesen auch leben wollen.
Konsumgüter lassen sich jedoch nicht aus Luft produzieren.
Die Rohstoffpreise mögen vielleicht stagnieren oder für eine gewisse Zeit einbrechen, aber dauerhaft ist das rein mathematisch unlogisch.

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