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20.01.2011

21:28 Uhr

Hedgefonds steigen aus

Gold auf Zwei-Monats-Tief

VonLaura de la Motte

Ein starker Dollar und die Sorge über eine Zinserhöhung in China dämpfen die Nachfrage nach Rohstoffen wie Gold, Silber und Öl. Der Goldpreis steuert auf seinen ersten monatlichen Verlust in zehn Jahren zu. Ist das das Ende der Gold-Rally?

Der Goldpreis steigt nicht mehr dpa

Der Goldpreis steigt nicht mehr

HB FRANKFURT. Die Anzeichen verdichten sich. Hedge Fonds haben letzte Woche ihre Wetten auf einen steigenden Goldpreis aufgelöst und die Volumina an physischem Gold, die von ETPs gehalten werden sanken auf 2067,57 Tonnen den niedrigsten Stand seit Oktober. Nachdem Gold im vergangenen Jahr 30 Prozent zugelegt hat und am 7. Dezember 2010 die Marke von 1432,50 Dollar pro Unze erreichte, scheint nun die Stimmung zu kippen. In New York fiel der Goldpreis am Donnerstag zeitweise auf ein Zwei-Monats-Tief von 1346,50 Dollar. Damit steuert die Notierung auf den dritten Wochenverlust in Folge zu, was der schwächsten Performance seit dem Juli 2010 entspräche. "Die Gold-Rally ist so gut wie vorbei", sagt Leonard Kaplan, Präsident von Prospector Asset Management, "Jeder geht jetzt raus. Der Dollar steigt schön und die Rohstoffpreise sind alle zu hoch gewesen."

Auch Silber verlor so viel wie seit zwei Wochen nicht mehr auf 27.473 Dollar die Unze. Der Preis fiel im Januar bereits um elf Prozent, nachdem er im vergangenen Jahr 84 Prozent gestiegen war.

Grund für den Rückgang der Preise ist die Furcht der Investoren, dass China bald seine Zinsen anhebt, um einem stärkeren Preisanstieg im eigneen Land entgegenzuwirken. Das würde sich negativ auf die Rohstoffpreise auswirken, sagt Adam Klopfenstein, Analyst bei Lind-Waldock. Denn durch eine Zinserhöhung könnte sich das chinesische Wachstum abschwächen. Das würde auch die Nachfrage nach Energie senken.

Das brachte die Währungen rohstoffexportierender Länder wie Australien, Neuseeland, Kanada und Japan unter Druck. Sie verloren zum Dollar, auch weil der Greenback selbst zusätzlichen Schub bekam, weil sinkende Arbeitslosenzahlen und eine Erholung am Häusermarkt Hoffnung auf eine Erholung der US-Wirtschaft wachsen lassen. Analysten der Investmentbank Morgan Stanley sehen daher die Trendumkehr beim Dollar gekommen: "Wir erwarten ein überdurchschnittliches US-Wachstum, das wird den Dollar weiter stärken", sagt Calvin Tse. Ein starker Dollar wiederum bringt ebenfalls die Rohstoffpreise unter Druck, weil diese größtenteils in der US-Währung gehandelt werden. Zudem verlieren Edelmetalle wie Gold und Silber ihre Attraktivität als alternative Investments.

Nachdem China bekanntgegeben hatte, dass die Inflation im Dezember auf 4,6 Prozent gestiegen ist, gab auch der Ölpreis 2,2 Prozent nach. Ein Barrel der Sorte WTI verbilligt sich auf 88,86 Dollar, Brent fiel auf 95,79 Dollar.

Kommentare (11)

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mono_01

21.01.2011, 00:48 Uhr

Vermutlich auf lange Sicht die letzte " buying-Opportunity".
irland druckt 51 Milliarden Euro ohne irgendeine bindende Verpflichtungen auf Rückzahlung oder Verzinsung, der Aufschwung in Deutschland geht an allen real existierenden Menschen vorbei, der US-Dollar ist im Endspiel, und,und,und,,.
ich hoffe Gold und Silber kommen gnädigerweise noch einmal ein bisschen herunter damit ich nochmal kaufen kann.

Danach können die Hedgefonds von mir aus machen was sie wollen. Viel Spass beim Nominalpoker, während die Rohstoffpreise die Party beenden.

Meine Meinung

21.01.2011, 01:41 Uhr

Wenn die ersten ihr Geld wieder haben wollen aus den hunbderten von Gold ETFs, sind ETF Anbieter gezwungen Gold zu verkaufen um die Anleger auszubezahlen. Das drückt den Goldpreis weiter und gibt eine Kettenreaktion. Dass der Goldpreis irgendwann fällt war so sowieso klar nach einer Rally von 10 Jahren. ist ja auch nicht die erste Goldrally in der Geschichte. Was hoch steigt muss irgendwann auch wieder fallen

mono_01

21.01.2011, 07:49 Uhr

@Meine Meinung.
in einer Welt die normalen Marktgesetzen folgt wäre ihre Aussage zutreffend.
in einer Welt in der Schulden bis ins Endlose monetarisiert werden, liegen Sie meiner Meinung nach falsch.
Rohstoffe und Edelmetalle werden die Zukunft bestimmen und der Kaufkraftverlust von US-Dollar und Euro dürften exemplarisch werden.
Gewinnmitnahmen beim Gold in Europa und Amerika sind im Vergleich zu den Zukäufen der indischen und chinesischen bevölkerung ja fast schon marginal.

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