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28.03.2013

11:20 Uhr

Historischer Einbruch

Goldpreis fällt so stark wie 2001

Der Dollar steigt, Gold fällt. Der Goldpreis steuert erstmals seit 2001 auf sein zweites Verlustquartal in Folge zu. Händler beobachten, dass sie Zypern-Krise dem Dollar hilft und nicht dem „sicheren Hafen“ Gold.

Goldbarren und Münzen bei einem privaten Goldhändler. Der Goldpreis ist unter Druck. dpa

Goldbarren und Münzen bei einem privaten Goldhändler. Der Goldpreis ist unter Druck.

FrankfurtGold steht vor dem zweiten Quartalsverlust in Folge. Die Bestände an börsennotierten Produkten sind so stark gefallen wie nie zuvor, und der Dollar ist angesichts der Aussichten auf eine US-Konjunkturerholung gestiegen, was die Attraktivität des Edelmetalls als alternatives Investment schmälert.

Gold notierte am Kassamarkt zuletzt wenig verändert bei 1604,86 Dollar je Unze. In diesem Quartal ist der Preis um 4,1 Prozent gesunken. Damit verzeichnete das Edelmetall erstmals seit 2001 zwei Quartale hintereinander einen Verlust. Am 21. Februar fiel der Goldpreis bis auf 1555,55 Dollar je Unze, den niedrigsten Wert seit Juli 2012.

Die Positionen an börsennotierten Produkten sanken in diesem Quartal um 6,9 Prozent angesichts der Spekulationen, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Stützungsmaßnahmen einschränken wird. Der Dollar Index, der die Entwicklung gegenüber sechs wichtigen Währungen wiedergibt, ist am Mittwoch auf den höchsten Stand seit August geklettert, nachdem der Euro nachgab. Gold bewegt sich in der Regel invers zum Dollar. Die Banken in Zypern werden heute erstmals wieder für sechs Stunden öffnen, nachdem sie aufgrund des drohenden Finanzkollapses des Landes für fast zwei Wochen geschlossen waren.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

„Die Zypern-Probleme halten an, was den Dollar anschiebt“, sagte Lelia Kim von Tong Yang Securities Inc. Ein „stärkerer Dollar sowie eine schwächere physische Nachfrage begrenzen die Kursgewinne von Gold“.

Kommentare (41)

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brauner

28.03.2013, 11:52 Uhr

Die Entwicklung des Goldpreises ist nur in längerer Perspektive interessant. Und hier zeigt sich, dass
der Goldpreis in Euro seit Herbst 2011 durch gezielte Intervention auf einem Werte < 1250 Euro gehalten wird. Seither schwankt er um diese Marke. Sobald ein Preis 1250 Euro nur geringfügig überschritten wird, erfolgen automatisch preisreduzierende Massnahmen (durch ruckartige Abwärtsbewegungen im Chart erkennbar). Da das Volumen pro Zeit der Intervention zwar hoch, aber dennoch begrenzt ist, kann der Preis bei extrem starkem Aufwärtsdruck durch externe Faktoren auch mal eine gewisse Zeit über der Marke liegen. Im Moment ist das der Fall. Daraus ergibt sich die konkrete Vorhersage, dass er innerhalb der nächsten Tage wieder sinken wird. Dass ein Eurowert als Kriterium verwendet wird, spricht dafür, dass die Intervention von Europa ausgeht. Betrachtet man den Eurokurs längerfristig ergibt sich ein eindeutig erkennbares Muster. Blick man stattdessen - wie hier im Artikel wieder praktiziert - auf die kurzfristige Entwicklung des Preises in Dollar, versteht man nix.

jor

28.03.2013, 12:11 Uhr

Richtig, wahrscheinlich verheizen die Zentralbanken momentan ihre letzten Goldreserven...

Pipapo

28.03.2013, 12:13 Uhr

Was könnten das für Maßnahmen sein ?

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