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12.02.2014

14:25 Uhr

Hohe chinesische Importe

Kupfer und Öl wird teurer, Goldkurs sinkt

Die Perspektiven der Weltwirtschaft stehen immer besser: Risikoreiche Anlagen werden damit wieder interessanter, Anleger verlassen den sicheren Hafen Gold. Das US-Öl WTI steigt auf den höchsten Stand seit sieben Wochen.

Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes („Pferdekopf“) gefördert. dpa

Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes („Pferdekopf“) gefördert.

FrankfurtStarke Konjunkturdaten aus China haben am Mittwoch den Risikoappetit vieler Rohstoff-Anleger geweckt. In Erwartung eines robusten Wachstums der Weltwirtschaft griffen sie vor allem bei Kupfer und Öl zu. Das Industriemetall verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 7133 Dollar je Tonne. Der Preis für US-Öl WTI stieg um bis zu 0,8 Prozent auf 100,69 Dollar je Fass, den höchsten Stand seit fast sieben Wochen. Das Nordsee-Öl Brent wurde mit 108,99 Dollar je Barrel 0,3 Prozent höher gehandelt.

Für den Konjunkturoptimismus sorgten überraschend hohe Importzahlen Chinas. Die Einfuhren der Volksrepublik kletterten im Januar um 10,0 Prozent. Experten hatten lediglich mit 3,0 Prozent gerechnet. Rekordwerte wurden vor allem bei Eisenerz, Rohöl und Kupfer verbucht. „Mit den robusten Importen ist (...) ein böses Omen für die Weltwirtschaft ausgeblieben“, urteilten die Analysten der NordLB. Einige Experten mutmaßen aber auch, dass die Unternehmen vor dem Neujahrsfest Ende Januar ihre Lager aufgefüllt haben. Die könnte das tatsächliche Bild überzeichnen, hieß es in einem Kommentar der Commerzbank. „Aufschluss darüber werden die Daten zur Rohölverarbeitung geben, welche aufgrund des Neujahrsfestes erst im März veröffentlicht werden.“

Zusätzliche Unterstützung erhielt der WTI-Preis von dem überraschend kräftigen Abbau der US-Rohöllagerbestände im Verteilerknotenpunkt Cushing um 2,5 Millionen Barrel, der am Dienstag nach Handelsschluss vom Branchenverband API berichtet wurde.

Meilensteine der Ölpreisentwicklung

Beginne der Ölförderung

Die ersten gewinnbringenden Erdölbohrungen finden Mitte des 19. Jahrhunderts statt. In dieser Zeit entstehen auch die ersten Raffinerien. Bis 1864 steigt der Ölpreis auf den Höchststand von 8,06 Dollar pro Barrel (159 Liter); inflationsbereinigt müssen damals im Jahresdurchschnitt 128,17 US-Dollar gezahlt werden. In den folgenden Jahrzehnten bleibt der Preis auf einem vergleichsweise niedrigen Level, fällt mitunter sogar, bedingt etwa durch den Erfolg der elektrischen Glühlampe, durch die Öl im privaten Haushalt nicht mehr zur Beleuchtung nötig ist.

Vollgas mit Benzin

Mit dem Erfolg des Automobils zu Beginn des 19. Jahrhunderts steigt die Öl-Nachfrage rasant; speziell in den USA, wo der Ford Modell T zum Massenprodukt wird. 1929 fahren insgesamt 23 Millionen Kraftfahrzeuge auf den Straßen. Der Verbrauch liegt 1929 in den Staaten bei 2,58 Millionen Fass pro Tag, 85 Prozent davon für Benzin und Heizöl. Die Preise bleiben allerdings weiter unter fünf Dollar pro Fass (nicht inflationsbereinigt), da auch mehr gefördert wird.

Negative Folgen der Weltwirtschaftskrise

In den 30er Jahren kommt die Große Depression, die Unternehmenszusammenbrüche, Massenarbeitslosigkeit, Deflation und einen massiven Rückgang des Handels durch protektionistische Maßnahmen zur Folge hat. Während der Weltwirtschaftskrise verringert sich die Nachfrage nach Erdöl und der Preis sinkt auf ein historisches Tief. 1931 müssen bloß noch 0,65 Dollar pro Barrel gezahlt werden (inflationsbereinigt etwa zehn US-Dollar). So billig sollte das schwarze Gold nie wieder sei.

Goldene Zeitalter des billigen Öls

Nachdem sich die Weltkonjunktur erholt hat, steigt der Preise für Öl wieder, bleibt aber konstant unter fünf Dollar pro Barrel. Für die Jahre zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Ölkrise im Herbst 1973 spricht man deshalb vom „goldenen Zeitalter“ des billigen Öls.

Erste Ölkrise

In den 70er und 80er Jahren kommt der Ölpreis in Bewegung. Als die Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec) nach dem Krieg zwischen Israel und den arabischen Nachbarn im Herbst 1973 die Fördermengen drosselt, um politischen Druck auszuüben, vervierfacht sich der Weltölpreis binnen kürzester Zeit. Zum Ende des Jahres 1974 kostet ein Barrel über elf Dollar (inflationsbereinigt fast 55 US-Dollar). Dies bekommen auch Otto-Normal-Bürger zu spüren: In Deutschland bleiben sonntags die Autobahnen leer, in den USA bilden sich Schlangen vor den Tankstellen.

Preisexplosion während des Golfkriegs

Während der zweiten Ölkrise in den Jahren 1979/1980 zieht der Ölpreis nach einem kurzfristigen Rückgang weiter an. Ausgelöst wird dies im Wesentlichen durch Förderungsausfälle und Verunsicherung nach der Islamischen Revolution. Nach dem Angriff Iraks auf Iran und dem Beginn des Ersten Golfkrieg explodieren die Preise regelrecht. Auf dem Höhepunkt im April 1980 kostet ein Barrel 39,50 Dollar (inflationsbereinigt 116 Dollar).

Niedrigpreise in den 80er und 90er Jahren

Die 80er und 90er Jahre sind – abgesehen von dem kurzzeitigen Anstieg verursacht durch den Zweiten Golfkrieg – eine Phase niedriger Ölpreise. Die Industriestaaten befinden sich in einer Rezession und suchten aufgrund vorhergehenden Ölkrisen mit besonders hohen Preisen nach alternativen Energiequellen. Weltweit gibt es Überkapazitäten. Während der Asienkrise 1997/1998 sinkt die Nachfrage weiter. Ende des Jahres 1998 werden 10,65 Dollar pro Barrel verlangt.

Ein rasanter Anstieg

Nach Überwindung der Krise wachsen die Weltwirtschaft und damit auch der Ölbedarf schnell. Selbst die Anschläge auf das World Trade Center 2001 sorgen nur für einen kurzen Rücksetzer. Anfang 2008 steigt der Ölpreis erstmals über 100 US-Dollar je Barrel, Mitte des Jahres sogar fast auf 150 Dollar. Ein Grund für den Preisanstieg war der Boom des rohstoffhungrigen China, mittlerweile zweitgrößter Verbraucher der Welt. Die Finanzkrise ließ den Preis Ende 2008 allerdings wieder abstürzen.

Ölpreis heute

Ein weltweites Überangebot hält die Preise weiterhin auf niedrigem Niveau. Aktuell kostet ein Barrel Brent rund 30 US-Dollar.

Dem sicheren Hafen Gold kehrten Anleger dagegen den Rücken zu. Das Edelmetall verbilligte sich um 0,3 Prozent auf 1287,80 Dollar je Feinunze. Weil die wirtschaftlichen Perspektiven wieder etwas besser aussähen, zögen die Anleger risikoreichere Anlageformen vor, erklärten Händler.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Frosch

12.02.2014, 14:37 Uhr

--> Das Edelmetall verbilligte sich um 0,3 Prozent auf 1287,80 Dollar je Feinunze (Zitat).

Frage: WANN? WO? Gold legt seit Ende Januar kräftig zu.

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