Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2009

15:00 Uhr

Hohe Lagerbestände und sinkende Förderinvestitionen

Experten sehen Bodenbildung bei Metallpreisen

Bei Industriemetallen fällt die Jahresbilanz 2008 ausgesprochen schlecht aus: Der Kupferpreis brach binnen Jahresfrist um fast 60 Prozent ein, die Notierungen für Blei, Zink und Zinn büßten seit den Rekordpreisen im Frühjahr mehr als die Hälfte ein.

Nickelproduktion bei Norilsk in Sibirien: Experten erwarten eine baldige Bodenbildung der stark schwankenden Preise. Foto: AP Quelle: ap

Nickelproduktion bei Norilsk in Sibirien: Experten erwarten eine baldige Bodenbildung der stark schwankenden Preise. Foto: AP

cla LONDON. Bei Aluminium hielt sich der Preisverfall mit gut 30 Prozent zwar in Grenzen. Doch angesichts der hohen Bestände in den Lagerhäusern der Londoner Metallbörse, LME, scheint eine Preiserholung in weite Ferne zu rücken.

Die Situation bei Nickel bleibt speziell: Das Legierungsmetall bildet den engsten Markt an der LME, die Preise schwanken nicht selten um mehr als zehn Prozent pro Tag. Anfang 2008 lag der Preis bei 28 000 Dollar je Tonne, stieg im Frühjahr kurz auf 33 000 Dollar und bröckelte dann bis Oktober auf weniger als 9 000 Dollar je Tonne ab. Zuletzt pendelte der Kurs an der LME um die 10 000-Dollar-Marke.

Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg rechnet mit einer "baldige Bodenbildung" bei Nickel. Schließlich sei der gegenwärtige Preis bei über 60 Prozent der weltweiten Produktion nicht mehr kostendeckend. Weltweit begännen daher Bergbaubetriebe ihre Kapazitäten zu kürzen.

Dass die Preise nicht mehr die Kosten decken, beschränkt sich laut Kevin Norrish von Barclays Capital in London allerdings nicht mehr nur auf Nickel. Bei Aluminium verhalte es sich wegen der hohen Energiekosten im Verhüttungsprozess ähnlich. Auch bei Zink decke der gegenwärtige Erlös von gut 1 100 Dollar je Tonne nicht die Produktionskosten.

Bei Kupfer liege der Preis mit derzeit 2 900 Dollar je Tonne zwar noch deutlich über den Produktionskosten von durchschnittlich etwa 2 100 Dollar je Tonne. Das erhöht laut Tobias Merath von der Credit Suisse in Zürich allerdings das Risiko eines weiteren Preisverfalls bei dem "roten Metall".

Die gesamte Bergbaubranche, so beobachtet Barclays-Experte Norrish, drossele derzeit die Produktion und lege Expansionspläne auf Eis, auch, weil die Banken bei der Vergabe neuer Kredite sehr zögerlich geworden sind. Langfristig berge diese Investitionsabstinenz aber erhebliches Potenzial für neue Preissteigerungen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×