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16.07.2013

16:40 Uhr

Hunde jagen Schmuggler

Geld stinkt doch

Sie erwischen täglich sieben Schwarzgeld-Schmuggler am Frankfurter Flughafen. Die Spürhunde des Zolls. Sie sind abgerichtet auf Dollar- und Euro-Scheine. Künftig könnten die Schnüffler noch mehr zu tun bekommen.

Bargeldspürhund „Dina“ führt ihre Fähigkeiten vor. dpa

Bargeldspürhund „Dina“ führt ihre Fähigkeiten vor.

Frankfurt„Geld stinkt nicht”? Die Hunde des Zolls am Frankfurter Flughafen dürften da anderer Meinung sein. Am Flughafen werden drei Deutsche Schäferhunde als Geldschnüffler eingesetzt, um geschmuggeltes Bargeld aufzuspüren. Im Jahr 2012 flogen täglich durchschnittlich sieben Missetäter auf, insgesamt wurden 28 Verhaftungen aufgrund der Arbeit der Zoll-Hunde getätigt. Bis Juni dieses Jahres haben die vierbeinigen Schnüffler 20 Schmuggler erwischt, wie der Zoll berichtet.

Bei einem Grenzübertritt innerhalb der Europäischen Union müssen Reisende mitgeführtes Bargeld ab einer Summe von 10.000 Euro angeben. Nachdem Länder wie die Schweiz und Luxemburg verstärkt unter Druck stehen, ihr Bankgeheimnis zu lockern, und staatliche Stellen in Deutschland Listen von Steuersündern aufkaufen, fließt mehr im Ausland angelegtes Geld zurück.

Welche Strafen Steuertricksern drohen

10.000 Euro hinterzogen

Hier wird in der Regel eine Geldstrafe verhängt, die in etwa einem Jahresnettoeinkommen des Steuerpflichtigen entspricht.

Tagessätze

Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln die Geldstrafe nach so genannten Tagessätzen. Der Geldbetrag für einen Tagessatz soll dem Tagesnettoeinkommen entsprechen.

Berechnung des Tagesatzes

Hat jemand ein Jahreseinkommen von 50.000 Euro brutto und Abzüge von 20.000 Euro für Steuern, Versicherungen und ähnlichem, so wäre der Tagessatz 82 Euro (gerechnet: 30.000:365).

Anzahl der Tagessätze

Bei einer Hinterziehung von 10.000 Euro werden in der Regel 365 Tagessätze verhängt. Das bedeutet im Beispielsfall 365x82 = 29.930 Euro. Die Geldstrafe läge also bei rund 30.000 Euro.

Verhältnis zur hinterzogenen Steuer

Bei hohen Einkommen kann laut Experten die Strafe durchaus höher als die hinterzogene Steuer sein. Schließlich soll sich Steuerhinterziehung ja nicht lohnen.

20.000 Euro hinterzogen

Bei 20.000 Euro kommt man zu rund 440 Tagessätzen. Die Strafe läge im Beispielsfall dann 36.080 Euro.

Regionale Unterschiede

Es ist bekannt, dass in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich streng bestraft wird. Eine interne Tabelle weist dies nach. Insofern gelten die hier genannten Strafrahmen nicht absolut, sondern sind lediglich Faustregeln.

Schwere Vergehen

Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes (Az. 1 StR 525/11) ist die Chance, auch bei schweren Steuervergehen um eine Haftstrafe herumzukommen, deutlich gesunken. Die Karlsruher Richter haben mit ihrer Entscheidung ein Urteil des Landgerichts Augsburg kassiert, das einen Unternehmer wegen 1,1 Millionen Euro hinterzogener Steuern nur zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt hatte. Dieses Strafmaß sei zu gering, entschied der BGH. Das Urteil liegt im Trend, glaubt Martin Wulf von der auf Steuerstrafrecht spezialisierten Kanzlei Streck Mack Schwedhelm: „In der Tendenz ziehen die Sanktionen an“, sagt der Jurist.

Die Einlagen von Privatkunden in Deutschland sind in 22 der vergangenen 24 Monate gestiegen, wie aus Daten der Europäischen Zentralbank hervorgeht. Im Mai war das Einlagevolumen mit 1,8 Billionen Euro drei Prozent höher als im vergangenen Jahr, gegenüber dem vergangenen Jahrzehnt lag das Plus bei 40 Prozent. Die Rendite dreimonatiger deutscher Schatzwechsel beträgt aktuell minus 0,02 Prozent, verglichen mit einem Hoch für dieses Jahr von 0,05 Prozent Ende Januar.

Die Zahl der Bußgeldbescheide wegen zu hoher Bargeldsummen hat sich seit 2000 verelffacht auf 2489 im vergangenen Jahr, wie aus Daten der Zollbehörde hervorgeht. Die Zoll-Hunde sind darauf spezialisiert, Euro- und Dollar-Scheine aufzuspüren. Meist erwirbt der Zoll die Tiere im Alter von einem Jahr, unterzieht sie einer Gesundheitsprüfung und lässt sie dann über 18 Monate ausbilden.

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

16.07.2013, 17:08 Uhr

Ich höre hier nur noch wie jagt auf Bürger gemacht wird als ob sie Atomwaffen schmuggeln würden. Mein Gott ist das alles nur noch krank. Man kann nur hoffen dass die verblödete MAsse bald aufwacht und sich aktiv zur Wehr setzt.

Staatssklave

16.07.2013, 17:26 Uhr

Da wird nichts aufwachen, unsere Mitbürger sind in der grossen Mehrzahl zu Hausschweinen in Massentierhaltung mutiert und warten auf die Fütterung und den täglichen Aderlass.
Dieser Staat behandelt seine Bürger wie schwerkriminelle, unmündige Jugendliche und seine Repräsentanten sind sogar noch stolz darauf wie brav die Schweineherde spurt.

Nichts wie weg hier!!!

Numismatiker

16.07.2013, 17:28 Uhr

Ihr Kommentar:
@karstenberwanger

"Ich höre hier nur noch wie jagt auf Bürger gemacht wird als ob sie Atomwaffen schmuggeln würden."

Richtig. Diese Hatz auf die Bürger wird deswegen veranstaltet, um von der eigenen tiefschwarzen Weste abzulenken.

Denn wenn man selbst etwas ausgefressen hat, ist es am einfachsten, mit dem Finger auf andere zu zeigen und "Haltet den Dieb!" zu rufen.

"Man kann nur hoffen dass die verblödete MAsse bald aufwacht und sich aktiv zur Wehr setzt."

Das wird sie definitiv nicht, denn aufgrund der permanenten Verblödung durch Politik/Medien glaubt die Mehrheit immer noch an das Gute in unserer Obrigkeit.

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