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18.02.2014

15:24 Uhr

Im Rausch

Goldnachfrage auf Rekordhoch

VonJessica Schwarzer

Ob als Schmuck, Münze oder Goldbarren – nie war die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall größer. Der Goldpreis konnte davon 2013 nicht profitieren, weil Investoren Papiergold verschmähten. Was Experten für 2014 erwarten.

Goldmünzen und Goldbarren sind beliebt wie nie. Die Nachfrage ist auf ein Rekordhoch gestiegen. dpa

Goldmünzen und Goldbarren sind beliebt wie nie. Die Nachfrage ist auf ein Rekordhoch gestiegen.

DüsseldorfAnleger hatten im vergangenen Jahr wenig Freude an ihren Gold-Investitionen. Gut 28 Prozent verlor der Preis für das gelbe Edelmetall 2013 an Wert. Es war der erste Jahresverlust seit 13 Jahren. Es waren vor allem Verkäufe von Papiergold, die den Preis unter Druck setzen. Denn die Nachfrage nach physischem Gold ist nach wie vor extrem hoch.

Das zeigen auch die aktuellen Zahlen des World Gold Councils: Im Jahr 2013 kauften Verbraucher auf der ganzen Welt Rekordmengen an Gold, die Nachfrage wuchs um 21 Prozent. Die Schmucknachfrage stieg im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 2.209 Tonnen, während die Investitionen in Barren und Münzen um 28 Prozent auf 1.654 Tonnen anwuchsen. Dem stehen Abflüsse von 881 Tonnen aus börsengehandelten Fonds (Exchange Traded Funds, ETFs) gegenüber. Im Nettoergebnis lag die weltweite Goldnachfrage mit 3.756 Tonnen 15 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im Jahr 2013 betrug 3.756 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen.

Quelle: World Gold Council, Stand: 18.02.2014

Goldpreis

Der durchschnittliche Goldpreis lag 2013 bei 1.411 US-Dollar je Feinunze und damit 15 Prozent unter dem des Vorjahres.

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im Jahr 2013 insgesamt 2.209 Tonnen und stieg damit um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen stieg im Jahr 2013 auf einen Rekordwert von 1.654 Tonnen. Ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zu 2012.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich auf 405 Tonnen und blieb damit, verglichen mit den 407 Tonnen im Jahr 2012, nahezu unverändert.

Gold-ETFs auf Talfahrt

Ein Nettoabfluss aus ETFs in Höhe von 881 Tonnen war zu verzeichnen, da die Investoren eine Neubewertung ihrer Portfolios fortsetzten.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe der Zentralbanken betrugen 369 Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Goldangebot

Das Gesamtangebot für Gold betrug 4.340 Tonnen und lag damit 2 Prozent unter dem Niveau von 2012.

„Die Zahlen sind keine große Überraschung“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. „Es ist erfreulich, dass die Schmucknachfrage vor allem in China so stark angestiegen ist und so einen Teil der schwindenden Investmentnachfrage abgefedert hat.“ Das hohe Interesse von ETF-Investoren hatte den Goldpreis in den vergangenen Jahren beflügelt, bevor sie im vergangenen Jahr einbrach.

China ist erstmals das Land mit der höchsten Nachfrage nach Gold und hat damit Indien nach vielen Jahrzehnten vom ersten Platz verdrängt. Ob als Schmuck, Münze oder Goldbarren - die Nachfrage nach Gold erreichte in China im vergangenen Jahr einen Rekord von 1065,8 Tonnen und damit 32 Prozent mehr als 2012, wie der Weltverband der größten Goldproduzenten in London mitteilte. Weitere 300 Tonnen Gold in der chinesischen Lieferkette seien vermutlich statistisch nicht erfasst worden, erklärte das World Gold Council weiter. So bewege sich die Nachfrage der Volksrepublik bei rund 1400 Tonnen.

In Indien wurden im vergangenen Jahr 974,8 Tonnen des gelben Edelmetalls nachgefragt. „China ist zum ersten Mal Nummer eins“, sagt Marcus Grubb, Geschäftsführer der Abteilung Investmentstrategie beim World Gold Council. Die Daten seiner Organisation reichten zwar nur rund 20 Jahre zurück, aber „Indien war immer der wichtigste Markt seit den 1950er-, 1960er-Jahren“.

Kommentare (14)

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Klaus

18.02.2014, 15:30 Uhr

Am 7.1.2014 sendete das Handelsblatt einen Ratschlag. Gold notierte bei 1.231 US-Dollar: „Die Gefahr eines weiteren Preisrutsches ist also keinesfalls gebannt, auch wenn Goldvertliebte das nicht hören wollen. Es heißt jetzt Abschied nehmen.“ Zur gleichen Zeit feuerte dpa viele Beiträge, in denen erklärt wurde, warum Gold nie mehr steigen kann. Diese wurden überall online gestellt. Kurse machen eben Nachrichten.

mmnews_de

18.02.2014, 15:52 Uhr

Wie lange können die Märkte noch manipuliert werden?

Gold ist Geld.

Gold kann - im Gegensatz zu Papierwährungen bzw. Schuldenwährungen - nie Pleite gehen!

Das ist eine Weisheit, die Sie nicht vergessen sollten.
Denn Gold hat immer einen Gegenwert zu Waren und Geld.

Auch nach einer Staatspleite bzw. Währungsreform!

Die Worte des Großbanksters John Pierpont Morgan sprechen ebenfalls Bände: "Gold und Silber sind Geld. Alles andere ist nur Kredit!"

Besser, prägnanter und kürzer kann man es wohl nicht ausdrücken.
Denn Edelmetalle sind im wahrsten Sinne des Wortes etwas Handfestes und der beste Schutz gegen eine Geldentwertung.
Edelmetalle sind keine Spekulationsobjekte.

Edelmetalle wie Gold und Silber sind das langfristige Anlageprodukt für Sie. Ihr Wert besteht seit vielen Jahrhunderten unverändert. Trotz zuletzt schwankender Kurse besitzt unter anderem Gold über die Jahre hinweg einen vielfachen Wert gegenüber Kreditpapierwährungen.

Am Ende zählt die Unze in der Hand und nicht der Papierschein auf der Bank!

Account gelöscht!

18.02.2014, 16:14 Uhr

"Die Experten der Citigroup gehen in einer am 17. Februar veröffentlichten Studie mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent davon aus, dass das Edelmetall seine Bodenbildung abgeschlossen hat."

Haha, was für eine Meldung. Kommt eine schwangere Frau zum Frauenarzt und fragt: Mädchen oder Junge? Die Antwort "zu 50% Mädchen" hätte dann auch ich nur durch Handauflegen treffen können! Bin ich nun ein Analyst?

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