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02.03.2004

08:23 Uhr

Importhunger lässt die Preise und die Devisenkurse steigen

China hält die Rohstoffmärkte auf Trab

VonMarkus Gärtner (Handelsblatt)

Der britisch-australische Rohstoffkonzern BHP Billiton hat am Montag den Zuschlag für die Lieferung von 12 Millionen Tonnen Eisenerz an vier chinesische Stahlwerke erhalten. Das Volumen des Auftrags, der 25 Jahre läuft, beträgt insgesamt 9 Milliarden Dollar.

PEKING. Dieses Abkommen spiegelt den unbändigen Importhunger Chinas wider, der weltweit die Rohstoffbörsen in Atem hält. Allein in der vergangenen Woche stiegen Chinas Importnotierungen für Aluminium um 2 %. Der brummende Bausektor und die stark wachsende Autoindustrie halten die Nachfrage auf Rekordniveau. In vielen Lieferländern treibt der chinesische Heißhunger aber nicht nur die Exporte auf neue Höchstmarken, sondern auch die Währungen. Denn die Metall-, Kohle, Öl- und Landwirtschaftsexporteure tauschen nach dem Verkauf an China ihre Dollarerlöse in die lokale Währung zurück.

Kräftig aufgewertet haben bereits der kanadische, der neuseeländische und der australische Dollar. „Die Rohstoffpreise gaben dem aus- tralischen Dollar 2003 starke Unterstützung“, sagt Geoff Kendrick von der Westpac Bank, „sie werden es auch 2004 tun“.

Chinas Konjunktur wuchs 2003 um 9,1 % und beschleunigte ihren Zuwachs im 4. Quartal sogar auf 9,9 %. Damit steuert das Reich der Mitte nach Berechnungen von Morgan Stanley ein Drittel zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei. Das Land stieg in den vergangenen Jahren zu einem führenden Importeur von Kupfer und Nickel auf. Die rasant wachsende Stahlproduktion des Landes hat zudem die Eisenerz- Importe in die Höhe getrieben. Mehr noch: Eine klaffende Energielücke lässt die Öleinfuhren Chinas explodieren. Auch die Kohlepreise steigen, weil zwei Drittel der Kraftwerksleistung im Land mit Kohle erbracht werden. Der Kohleproduzent Yanzhou Coal, als H-Aktie in Hongkong notiert, hat in drei Monaten im Kurs über 50 % zugelegt.

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