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22.08.2013

11:43 Uhr

Industriemetall

China-Daten lassen Kupferpreis steigen

Gute Konjunkturdaten aus China treiben den Kupferpreis nach oben. Die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Geldpolitik hat dem Goldpreis ebenso nach oben geholfen. Anleger setzen weiter auf das Edelmetall.

Kupfer verteuert sich um 1,5 Prozent auf 7350 Dollar je Tonne. dpa

Kupfer verteuert sich um 1,5 Prozent auf 7350 Dollar je Tonne.

FrankfurtUnerwartet gute Konjunkturdaten aus China haben den Kupferpreis am Donnerstag nach oben getrieben. Das Industriemetall verteuerte sich in der Spitze um 1,5 Prozent auf 7350 Dollar je Tonne. Die Geschäfte der chinesischen Industrie laufen derzeit so gut wie seit vier Monaten nicht mehr. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC kletterte auf 50,1 Punkte von 47,7 Punkten im Juli. "Die Daten haben auf jeden Fall überrascht und sind gute Nachrichten für den Rohstoffmarkt", sagte Natalie Rampono, Analystin bei der ANZ in Melbourne. China gilt als der weltgrößte Kupferverbraucher.

Gebremst werden dürfte der Anstieg des Kupferpreises allerdings durch die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Geldpolitik. Die Notenbank Fed kann sich weiter nicht zu einem klaren Signal durchringen, ob sie die Geldschwemme bald eindämmt. Aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Zinssitzung von Ende Juli geht kein Zeitplan für den Einstieg in den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes hervor.

Die Unsicherheit der Investoren über weitere Konjunkturhilfen der US-Notenbank hat am Donnerstag dem Goldpreis etwas nach oben geholfen. Das am Vorabend veröffentlichte Sitzungsprotokoll der Fed hatte keine neuen Hinweise darauf gebracht, wann mit einer Drosselung der Geldflut zu rechnen ist. Einige Anleger setzten deshalb auf das als sicherer Hafen geltende Edelmetall. Die Feinunze wurde zu 1373 Dollar gehandelt nach 1365 Dollar im späten Vortagesgeschäft. Zu Jahresbeginn war Gold noch rund 300 Dollar teurer, die Hoffnung auf eine globale Konjunkturerholung hat den Preis in den vergangenen Monaten belastet.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Nach wie vor wichtiger Impulsgeber für den Markt ist die Nachfrage der Schmuckhändler aus Indien, und die ist in den vergangenen Wochen eingebrochen. Eine neue, offenbar sehr kompliziert formulierte Regelung der Notenbank, wonach Importeure mindestens 20 Prozent ihres eingekauften Goldes auch wieder exportieren müssen, hat dazu geführt, dass seit Mitte Juli kaum noch Gold in das asiatische Schwellenland verkauft wurde. Der Ein- und Verkauf des Edelmetalls wird in Indien hauptsächlich über Banken abgewickelt, und diese stellten das Geschäft wegen der verwirrenden neuen Regeln nahezu ein. In der Konsequenz haben die Schmuckhändler im Juli rund 70 Prozent weniger Goldschmuck exportiert. Der indische Schmuckverband setzt jetzt auf eine Änderung der Vorgaben und hofft darauf, dass das Geschäft ab der nächsten Woche wieder in Schwung kommt.

Von den Schwierigkeiten am Goldmarkt profitierte unterdessen der Handel mit Silberschmuck. Hier explodierten die indischen Exporte im Juli um 184 Prozent. Seitdem die neuen Regeln am Goldmarkt gelten, ist der Silberpreis um fast 20 Prozent nach oben geschnellt. Die Regierung in Neu Delhi und die Notenbank versuchen gemeinsam, das ausufernde Leistungsbilanzdefizit in den Griff zu bekommen. Dazu sollen Importe eingeschränkt und Exporte gefördert werden. Der Verkauf von Schmuck und Edelsteinen hat im vergangenen Jahr 17 Prozent der indischen Exporte ausgemacht.

Von

rtr

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