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19.08.2011

13:40 Uhr

Industrierohstoffe

Der Preis hängt an der Konjunktur

Die Zeit steigender Rohstoffpreise bei den Industriemetallen scheint angesichts aufkommender Konjunktursorgen vorbei zu sein. Lohnt sich da ein Einstieg in diese Märkte noch und welchen Gesetzen folgen sie?

„Kupfer bietet zurzeit das größte Potenzial“, sagt Rohstoffanalyst Daniel Briesemann von der Commerzbank Quelle: dpa

„Kupfer bietet zurzeit das größte Potenzial“, sagt Rohstoffanalyst Daniel Briesemann von der Commerzbank

DüsseldorfDer starke Bedarf von Schwellenländern wie China und Indien hat in den vergangenen Monaten die Preise von Industriemetallen wie Kupfer, Eisenerz Kohle, Nickel und Aluminium in die Höhe schnellen lassen. Seitdem nun aber die Konjunktursorgen steigen, sinken die Preise wieder. Und es stellt sich die Frage: Ist die Rohstoffparty vorbei oder haben die Metallpreise auf dem Weg nach oben nur eine Verschnaufpause eingelegt?

Der einfachste Weg in ein ausgewogenes Rohstoffportfolio führte bisher in der Regel über spezielle Fonds oder die Aktien großer Rohstoffkonzerne wie etwa BHP-Billiton, Rio Tinto, Vale, Xstrata oder Anglo American. Anleger können aber auch auf Finanzinstrumente zurückgreifen, deren Kurse auf den Rohstoffwerten oder entsprechenden Indizes basieren.

Seit einigen Monaten gibt es neben Zertifikaten auch börsennotierte Fonds – die sogenannten Exchange Traded Commodities (ETC) – von diversen Anbietern. ETF Securities etwa hat Anfang Dezember einen physisch besicherten Kupfer-ETC in London listen lassen. Seit Mitte Juli wird das Produkt auch in Frankfurt gehandelt. Das Kupfer wird in den Lagerhäusern der Londoner Metallbörse gehortet. Die Anleger können damit an der Preisentwicklung am Spotmarkt, dem Markt für kurzfristige Geschäfte, partizipieren.

Bisher stoßen die Kupfer-ETC zwar noch auf wenig Gegenliebe bei den Investoren. „Es ist eine noch unbekannte Anlageklasse bei den Industriemetallen“, sagt Daniel Briesemann, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Dabei könnte der steile Preisanstieg an den Metallmärkten die Anleger bald locken. Eine Tonne Kupfer kostete Mitte Februar mehr als 10000 Dollar – so viel wie nie zuvor. Seither ist der Preis im Wechsel gefallen und gestiegen. Gestern notierte Kupfer bei knapp 9000 Dollar je Tonne.

Der Grund: Industriemetalle wie Kupfer hängen stark von der konjunkturellen Entwicklung ab. Kupfer etwa wird in der Bau- und Elektroindustrie benötigt. Für Anleger liegen in dieser starken Konjunkturabhängigkeit die größten Risiken, aber auch die größten Chancen.

„Kupfer bietet zurzeit das größte Potenzial“, sagt Rohstofffexperte Briesemann. Skeptischer ist er bei Aluminium und Nickel. Hier sollen im kommenden Jahr größere Projekte starten.

Grundsätzlich gilt: Die Märkte für Industrierohstoffe folgen besonderen Gesetzen. Privatanleger sollten diese genau kennen, wenn sie erfolgreich spekulieren wollen. Die Preise etwa für Eisenerz und Kohle folgen eigenen Gesetzmäßigkeiten und unterliegen zum Teil kräftigen, unerwarteten Preisschwankungen. Sogar Witterungseinflüsse spielen dabei eine große Rolle. So stieg 2010 der Kohlepreis nach Überschwemmungen in Australien kräftig an, weil die Bergwerke nicht mehr produzieren konnten.

Bei Eisenerz, dem wichtigsten Rohstoff in der Stahlproduktion, löste die Umstellung von Einjahresverträgen auf Monatskontrakte heftige Turbulenzen aus. Noch stärker stieg der Preis, als die Banken Termingeschäfte anboten, mit denen Stahlkocher ihre Erzkäufe absichern konnten. Denn um die Ware bei Fälligkeit liefern zu können, mussten sich die Banken selbst mit physischem Erz eindecken.


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