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29.11.2013

16:41 Uhr

Internet-Geld

Die große Bitcoin-Blase

Spekulanten haben den Wert der Zockerwährung Bitcoin extrem hoch getrieben. Nun streiten Fans und Experten über den Wert des neuen Zahlungsmittels in der digitalen Welt. Eine Blase fürchten viele. Doch wann platzt sie?

Experten warnen vor einer Blase: Der Wert von Bitcoins steigt und steigt und steigt. Imago

Experten warnen vor einer Blase: Der Wert von Bitcoins steigt und steigt und steigt.

DüsseldorfComputerfans und Menschen, die den etablierten Finanzsystemen misstrauen, haben ein neues Investment und zugleich Spielzeug entdeckt: die Online-Währung Bitcoin. Deren Kurs steigt und steigt. In den vergangenen Tagen übersprang er erstmals die Marke von 1000 Dollar und kostete am Freitag mehr als 1100 Euro. Anfang des Jahres lag er noch bei etwa zehn Dollar. Kein Wunder also, dass Experten vor einer spekulativen Blase warnen.

Das Problem: Die Notenbanken machen traditionelles Geld extrem billig. Zinstitel bringen daher heutzutage kaum noch eine nennenswerte Rendite. Anleger suchen nach Alternativen und werden dabei nicht nur auf dem Aktienmarkt fündig. Der rasante Anstieg des Internetgeldes ist für manche ebenfalls ein Zeichen dafür, welch kuriose Blüten der Anlagenotstand treibt.

Doch was sind Bitcoins überhaupt? Die Idee für dieses virtuelle Zahlungsmittel stammt aus der Hackerszene. Seit 2009 ist Internetgeld im Umlauf – mittlerweile in vielen Varianten und unter zahlreichen Namen. Am bekanntesten sind die Bitcoins. Deren Wert ist an keine andere Währung gekoppelt. Sie können aber auf Handelsplattformen im Netz mit „echtem“ Geld wie Euro oder Dollar gekauft werden.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Die Idee dahinter ist ein Zahlungsverkehr, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert. Doch an der Zukunftsfähigkeit der Bitcoins scheiden sich die Geister. Was also ist der Idee vom freien Geld zuzutrauen?

Die Warnungen vor einer Spekulationsblase reißen nicht ab. „Sie könnten genauso gut auf jeden Pennystock setzen, denn auch Bitcoins haben keine Chance, jemals zu einer umfangreich verwendeten Währung zu werden“, schreibt die Commerzbank ihren Kunden. Deren Chefvolkswirt Jörg Krämer gehört zu den großen Warnern.

Solche Unkenrufe begleiten die Bitcoin-Rally allerdings von Anfang an. Bislang änderte dies nichts am Wertanstieg, der im Internet nachverfolgt werden. Es gab zwar immer wieder Einbrüche des Kurses. Nach jedem Absturz dauerte es jedoch nicht lange, bis sich der Kurs wieder berappelte und zu neuen Höhenflügen ansetzte.

Kommentare (30)

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BLAHBLAHBLASE

29.11.2013, 17:05 Uhr

Das Handelsblatt glänzt mal wieder mit Unwissenheit.
Die Entwickler des Bitcoinsystems haben die Blasenbildung schon durchdacht und im System programmiert.
Es kann technisch keine Blase geben, die Miner führen hier eine völlig offenene und transparente Buchhaltung.
Erst mal lesen und selbst machen und nicht Grütze labern.
Genau die selbe Grütze labert das Handelsblatt bei Gold und Silber.
Alles was die Banken nicht kontrollieren können sei eine Blase.

BLAH BLAH BLAH BLASE

abc

29.11.2013, 17:21 Uhr

@BLAHBLAHBLASE

Die Bitcoin-Machen haben einen Mechanismus eingebaut, der Inflation verhindert und Bitcoins automatisch deflationär macht. Im Augenblick geht es aber um etwas anderes: Bitcoins sind im Verhältnis zu anderen Währungen extrem teuer geworden. Fast 1000% innerhalb von wenigen Wochen. Das ist dann keine eingebaute Wertsteigerung mehr, sondern eine Tulpen-Blase.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tulpenmanie

max

29.11.2013, 17:37 Uhr

@ Blah blah blah blase

Bitte beachten Sie, dass es selbst bei werthaltenden Gegenständen, die durchs Mining generiert werden eine Blase geben kann.
Zum Vergleich ziehen wir Gold heran. Dem Vorbild von BitCoin. Es wird genauso abgebaut, trotzdem kann es zu einer Blase kommen, da einfach der Gegenwert in keiner Relation mehr steht.

Also in Zukunft erst kurz überlegen, bevor Sie Menschen verurteilen.

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