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05.12.2013

13:51 Uhr

Internetwährung

Chinas Notenbank verbietet Bitcoin-Transaktionen

Die chinesische Zentralbank akzeptiert Bitcoins nicht als Zahlungsmittel „im eigentlichen Sinne“. Der Finanzsektor darf sie nicht mehr verwenden. Auch die französische Zentralbank warnt vor der Internetwährung.

Banking ohne Banken

Wie Bitcoins funktionieren

Banking ohne Banken: Wie Bitcoins funktionieren

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Peking/ParisChinas Notenbank hat den Finanzinstituten des Landes Transaktionen mit der virtuellen Währung Bitcoin verboten. Der Bitcoin sei kein Zahlungsmittel „im eigentlichen Sinne“ und habe daher nicht den Stellenwert anderer Währungen, teilte die Zentralbank am Donnerstag in Peking mit. Es handle sich viel mehr um ein hochspekulatives Online-Produkt. „Die Institutionen sollten keine Geschäfte mit Bitcoin aufnehmen.“

Diese Schritte seien nötig, um Geldwäsche und anderen kriminellen Geschäften mit Bitcoin entgegenzuwirken, hieß es in der Mitteilung. Zusammen mit fünf Ministerien sei ein Leitfaden für den Umgang mit dem Anlageprodukt entwickelt worden, der strenge Beschränkungen vorsieht. Allerdings werde damit der Bitcoin nicht komplett in China verboten. Im Internet dürfen Nutzer weiterhin Bitcoin nutzen, aber nicht in die chinesische Währung Yuan umtauschen.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Vergangene Woche hatte der Kurs der Digitalwährung erstmals die Marke von 1000 US-Dollar geknackt - Anfang 2013 lag die Hackerwährung noch bei 13 Dollar. Bitcoins sind virtuelle Geldeinheiten, deren Wert an keine andere Währung gekoppelt ist. Laut Angabe mehrerer Handelsplattformen ist China der mit Abstand wichtigste Markt für Bitcoins. Die Plattform BTCChina gilt als die größte der Welt und wickelt täglich Transaktionen im Wert von 60 Millionen US-Dollar ab. Damit soll sie ein Drittel des weltweiten Bitcoin-Geschäftes abdecken.
Einen Grund für den Erfolg in China sehen Finanzexperten im chinesischen Finanzsektor, der sehr strengen Kontrollen unterworfen ist. „Die Investmentmöglichkeiten in China sind sehr begrenzt“, sagt Analyst Liu Xiao. Während sich die chinesische Währung nicht einfach umtauschen lässt, können dank Bitcoins große Geldmengen auch unmittelbar im Ausland angelegt werden. Zudem erfreue sich der Bitcoin einem regelrechten Hype in China, sagte Liu.

Derzeit seien weltweit Bitcoins im Wert von rund fünf bis sechs Milliarden US-Dollar im Umlauf, schätzte Liu. Das stelle keine grundlegende Bedrohung für den Finanzmarkt dar. Die Zentralbank ergreife eine reine Vorsichtsmaßnahme. Damit setze sie aber auch ein Zeichen. „Es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass andere internationale Finanzregulatoren nachziehen werden“, sagte Liu.

Tatsächlich warnt auch die französische Zentralbank vor der Internetwährung. Bitcoins seien „hoch spekulativ“ und stellten ein „finanzielles Risiko“ für Verbraucher dar, erklärte die Zentralbank am Donnerstag in Paris. So basiere der Bitcoin auf keiner realwirtschaftlichen Aktivität und habe einen sehr stark schwankenden Wechselkurs. Niemand garantiere die Umwandlung des Bitcoins in eine reale Währung. Zudem könnten Hacker Bitcoin-Konten plündern. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) warnte bereits, Digitalwährungen tendierten „von Natur aus“ zu Instabilität

Bitcoin waren 2009 als Antwort auf die internationale Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet, die maximale Geldmenge ist begrenzt.

Kommentare (9)

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Numismatiker

05.12.2013, 13:20 Uhr

", der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte."

Ich meine, das ist er eigentliche Grund, warum vor Bitcoins gewarnt wird, aus lauter uneigennütziger Fürsorge für den Sparer versteht sich. Daß sich die Franzosen (auch große Schuldenmacher vor dem Herrn) da vorne anstellen wundert mich auch nicht.

Account gelöscht!

05.12.2013, 13:44 Uhr

und mal wieder fehlt mir hier der Daumen hoch button für diesen Kommentar

redbit

05.12.2013, 15:49 Uhr

die chinesen verbietens den bankern und erlaubens den privaten und deutschland erkennt es als wärung an
http://www.cryptonews.biz/bitcoin-now-legal-currency-in-germany-digital-currency-history-made/

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