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02.01.2004

10:49 Uhr

ISM-Index um 16.00 Uhr im Fokus

Euro kostet wieder mehr als 1,26 Dollar

Der Euro ist zum Wochenschluss im europäischen Devisenhandel wieder über die Marke von 1,26 Dollar gestiegen. Am Vormittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,2614 Dollar. Der Euro hatte die Marke am letzten Tag 2003 erstmals überwunden und ein Allzeithoch von 1,2650 Dollar erreicht. Anschließend war der Kurs wieder bis auf 1,2512 Dollar gefallen.

HB FRANKFURT. Die Erleichterung über das Ausbleiben von Anschlägen in Europa und den USA über das Neujahrsfest habe den Dollar im frühen handel unterstützt, ohne dass aber von einer Trendwende gesprochen werden könne, sagten Händler. Bei geringem Umsatz warteten die Märkte am Freitag auf neue europäische und US-Konjunkturdaten. Allerdings blieben die Umsätze zwischen Neujahr und dem Wochenende gering, zumal in Japan am Freitag die Finanzmärkte wegen des Neujahrfestes geschlossen blieben.

Der Euro bleibe „weiter auf der Sonnenseite“, stellen die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt in ihrem Tageskommentar am Freitag fest. Auch in Asien hatten Händler dem Euro weiteres Aufwärtspotenzial bescheinigt. Er würde Kursrückgänge beim Euro und Yen für weiter Käufe nutzen, riet Philip Wee, Stratege bei der DBS Bank in Singapur. „Ich glaube nicht, dass sich der Trend bereits ändern wird“, fügte er hinzu. „Ich sehe nicht, dass die Leute ihre Einsätze verändern.“

Neben den strukturellen Probleme wird der Dollar vor allem von der weltpolitischen Lage belastet. So hatten die Anschläge von Istanbul im November die US-Währung verstärkt unter Druck gebracht. Über Neujahr waren Flüge aus Großbritannien, Frankreich und Mexiko in die USA aus Sicherheitsgründen abgesagt worden.

ISM-Index um 16.00 Uhr im Fokus

Der Kampf gegen die mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 sowie der Irak-Krieg erhöhen zudem das Defizit im US-Staatshaushalt. Zweifel an der Finanzierbarkeit des hohen Fehlbetrags in der US-Leistungsbilanz tragen zusätzlich zur Dollar-Abwertung bei. Viele Analysten vermuten zudem, dass der niedrige Dollarkurs der US-Regierung zumal in einem Wahljahr ganz gelegen kommt, da sich damit die Wettbewerbschancen der heimischen Industrie gegenüber den ausländischen Konkurrenten verbessern kann.

Das Hauptaugenmerk der Märkte dürfte am Freitag dem ISM-Index aus den USA gelten. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen Rückgang auf 61,0 von 62,8 Punkten im Vormonat. Sollte der Index schlechter als erwartet ausfallen, könnte das den Dollar weiter schwächen. Dagegen dürfte ein unerwartet guter Stand der US-Währung kaum mehr helfen, da seit Monaten die guten Konjunkturdaten ohne Auswirkung auf den Greenback blieben.

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