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04.01.2010

12:08 Uhr

IWF-Prognose

Die Rohstoffrally geht weiter

VonJens Hagen

Ein Ausblick des internationalen Währungsfonds stimmt Rohstoff-Anleger zuversichtlich. Die Preise für Blei, Kupfer Zink und andere Rohstoffe stiegen im vergangenen Jahr so schnell wie nach keiner Rezession zuvor. Und: Die Rally geht weiter.

Blei stieg im vergangenn Jahr um mehr als 140 Prozent im Preis. dpa

Blei stieg im vergangenn Jahr um mehr als 140 Prozent im Preis.

DÜSSELDORF. Das vergangene Jahr war für Geldanleger ein Jahr der Rohstoffe. Kaum eine andere Anlageklasse bot solche Chancen wie Metalle, Brennstoffe und Nahrungsmittel. "Die Preise erholten sich im vergangenen Jahr überraschend schnell", analysierte Thomas Helbig vom Research des Internationalen Währungsfonds in einem aktuellem Ausblick, "und legten ab dem zweiten Quartal eine starke Rally hin".

Zum Leidwesen vieler Unternehmen legten vor allem Industriemetalle zu. Der Preis von Nickel stieg 2009 um rund 58 Prozent, Zink um 102 Prozent und Kupfer um 167 Prozent. Die beste Performance zeigte aber Blei: Das giftige Metall war besonders gefragt und stieg um sagenhafte 141 Prozent im Wert. Zum Vergleich: Bleifreies Benzin verteuerte sich um 67 Prozent, Gold legte nur 23 Prozent zu.

Der Preisanstieg war stärker als nach bisherigen Rezessionen und in dieser Form kaum zu erwarten. Laut IWF-Index stiegen Rohstoffe zwischen Februar und November 2009 um 40 Prozent. In vergleichbaren Phasen vorheriger Wirtschaftskrisen waren es rund fünf Prozent.

Wie erklärt sich diese Rally? Laut IWF waren die Anleger frühzeitig sicher, dass die Krise nicht lange dauern würde, auch wegen staatlicher Förderprogramme zur Ankurbelung der Wirtschaft. Liquide Mittel flossen verstärkt in Rohstoff-Fonds.

Ebenfalls interessant: Der Rohstoff-Boom geht dieses Mal eher weniger auf Kosten der Armen. "Metall- und Spritpreise stiegen deutlich stärker als Agrar-Rohstoffe", fand Helbig heraus. Während die Luxusgüter Zucker (plus 84 Prozent) und Kakao (plus 44 Prozent) deutlich zulegen konnten, stieg der Preis von Sojabohnen nur um 16 Prozent. Mais verbilligte sich sogar um mehr als elf Prozent, Weizen um rund 24 Prozent.

Für Anleger bleiben Rohstoffe auch in diesem Jahr interessant. Der IWF rechnet damit, dass die Preise vieler Rohstoffe weiter steigen werden. Im Zuge der wirtschaftlichen Erholung steige der Bedarf wieder an. Laut IWF werden die Höchststand von 2008 zunächst zwar nicht fallen, die Preise könnten sich etwas unterhalb dieser Marke einpendeln. Langfristig dürfte der Bedarf aber steigen und damit neue Fördergebiete erschlossen und neue Höchststände möglich sein.

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