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13.01.2010

08:02 Uhr

Jahreshoch

Euro strebt wieder nach oben

Der Euro hat sich von der Marke von 1,45 Euro abgesetzt und nimmt wieder Kurs nach Norden. In einigen EU-Staaten kommt das nicht an. Slowenien forderte von EU und EZB, stärker gegen die Aufwertung der Gemeinschaftswährung vorzugehen.

HB FRANKFURT. Der Euro ist am Mittwoch auf den bislang höchsten Stand im neuen Jahr geklettert. Die Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag zeitweise 1,4582 Dollar und war damit mehr als einen Cent teurer als im frühen Handel. Händlern berichteten von einer Euro-Nachfrage von asiatischen Notenbanken. Das Geschäft werde aber vorwiegend von technischen Faktoren bestimmt. Der fünfprozentige Einbruch des deutschen Bruttoinlandsproduktes belastete die Gemeinschaftswährung dagegen nur kurzzeitig.

Im Blick der Marktteilnehmer blieb das Thema China, nachdem das Land am Dienstag angekündigt hatte, die Zinssätze für einjährige Staatsanleihen sowie die Mindestreserveanforderungen für Banken zu erhöhen. „Spekulationen darüber, dass China seine konjunkturstützenden Maßnahmen weiter zurückfahren wird, werden den Devisenmarkt weiter sehr sensibel bleiben lassen“, sagte Währungsanalyst Stuart Bennett von der Investmentbank Calyon. „Zweifellos wird die Stimmung weiter zwischen Risikoaversion und -appetit hin- und herschwingen - je nachdem wie die Rhetorik der Entscheidungsträger ausfällt.“

Vormittag hatte der Schweizer Franken zeitweise zum Euro nachgegeben, und für die Gemeinschaftswährung mussten 1,4808 Franken gezahlt werden. Händler sprachen davon, dass die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) am Markt aktiv gewesen sei. Die BIZ agiert manchmal im Auftrag einzelner Notenbanken am Devisenmarkt. Zuletzt kostete ein Euro 1,4787 Franken.

Die neuerliche Wende zu einem teureren Euro wird begleitet von politischen Debatten über die Stärke der Währung. Slowenien hat EU und EZB aufgefordert, mehr gegen die Stärke des Euro zu tun. „Das Problem der Europäischen Union ist, dass der Euro zu teuer ist und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt“, sagte Finanzminister France Krizanic in Ljubljana. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Führung der EU müssten handeln. „Insbesondere was das Verhältnis zu China betrifft“, fügte er hinzu.

opäische Union hat China bereits Ende vorigen Jahres zu einer schrittweisen Aufwertung seiner Währung aufgefordert. Durch einen hohe Euro-Kurs verteuern sich europäische Produkte in Übersee. Vor allem Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat in der Vergangenheit immer wieder einem schwächeren Euro das Wort geredet.

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