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07.01.2005

16:54 Uhr

Jede Wettermeldung wird verfolgt

Kommentar: Rohöl-Labiler Markt

VonRegine Palm

Die internationalen Rohölmärkte haben sich etwas beruhigt, nachhaltig entspannt hat sich die Lage aber noch nicht. Dies wurde einmal mehr in den vergangenen Tagen deutlich, als die Preise gleich um mehr als zwei Dollar nach oben sprangen.

Denn mit Argusaugen wird an den Märkten jede Entwicklung der amerikanischen Ölbestände und jede Wettermeldung aus den USA verfolgt. Auch jede noch so unbedeutende Äußerung aus Kreisen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) wird darauf abgeklopft, ob das Ölkartell seine Förderung weiter drosseln könnte. Entsprechend schießen die Preise mal nach oben, mal nach unten.

Diese Preisreaktionen mögen übertrieben erscheinen, spiegeln aber die nach wie vor bestehende Unsicherheit wider. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Zudem sollte ein dauerhaft höheres Preisniveau einkalkuliert werden. Preise von gut 20 Dollar je Barrel Brentöl - der Richtmarke in Europa - sind Vergangenheit. Dafür spricht nicht zuletzt das Verhalten der Opec.

So haben auch Opec-Mitglieder auf einer Ölkonferenz in Neu Delhi wieder deutlich gemacht, dass sie ein insgesamt höheres Preisniveau nicht nur tolerieren, sondern sogar anstreben. Eine Drosselung der Förderung auf der Opec-Sitzung Ende Januar würde daher nicht überraschen. Und angesichts einer inzwischen bestehenden Überversorgung der Weltölmärkte - Schätzungen belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Barrel am Tag - wäre eine Kürzung auch durchaus vertretbar. Die Opec bereitet die Märkte schon darauf vor.

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